CASTINGSHOW„The Voice of Germany – Live in Concert“ : So sehen Sieger aus

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Akute Laryngitis und Tracheitis – damit ist nicht zu spaßen. Wenn sich so ein Atemwegsinfekt erstmal auf die Stimmbänder gelegt hat, hilft eben nur Schonung. Und nein, wir beteiligen uns nicht an Spekulationen, wonach Andreas Kümmert (links, mit seinem Mentor Max Herre), dem vor zwei Wochen gekürten Sieger der Castingshow „The Voice of Germany“, seine krankheitsbedingte Absage der Tournee der Halbfinalisten womöglich nicht ungelegen käme – zum Zwecke der Spannungsaufrechterhaltung für die eigene, im Verlauf dieses Jahres anstehende Konzertreise. Also ist der Sieger wohl nicht dabei, was natürlich ein Jammer ist. Und das nicht nur, weil die Geschichte vom unscheinbaren Kapuzenpulliträger mit Haupthaarschwund und kompensatorischem Vollbartwuchs, der sich nur Kraft seines wohltönenden Organs an allen Konkurrentinnen und Konkurrenten vorbei in die Herzen eines Millionenpublikums singt, so rührend war.

TVoG hat sich ja den Ruf erworben, nicht auf die Bloßstellung möglichst grotesker Kandidaten zu setzen, sondern eine – natürlich fernsehgerecht ausgesiebte – Auswahl „ernsthafter“ Aspiranten auf ihre Gesangs- und Entertainerqualitäten zu prüfen. Das Ergebnis kann dann tatsächlich ein nicht nur emotional bewegendes (da wird man als Zuschauer schon hin manipuliert), sondern auch musikalisch hochklassiges Staffelfinale sein. Wie eben jenes, in dem sich der 27-jährige Franke gegen den engelsgesichtigen Berliner Barden Chris Schummert, die „Punkrocksängerin“ Judith van Hel und die R’n’B- Hoffnung Debbie Schippers durchgesetzt hat. Ob die drei den Triumphator würdig vertreten können (vielleicht mit Unterstützung prominenter Gaststars), wird sich zeigen. Jörg Wunder

O2 World, Do 2.1., 20 Uhr, 40-68 €

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