Zeitung Heute : CD-ROM-Tipp: Detektivischer Spürsinn statt Bücherpauken

Simone Leinkauf

Geschichtsunterricht einmal anders: Statt Jahreszahlen zu pauken und Stoff aus dem Geschichtsbuch auswendig zu lernen, geht der Spieler auf Schatzsuche. Der Römer Marcus Publicus Avicula konnte bei der Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 nach Christus tödlich verwundet fliehen. Bei sich hatte er einen Goldschatz, der 2000 Jahre später in der als Museum eingerichteten Villa des Historikers Pieter van Straaten gehoben werden kann. Dazu allerdings muss das durcheinander geratene Museum erst mal wieder geordnet werden. Die unterschiedlichsten Artefakte sind einzusammeln und an der richtigen Stelle zu platzieren. Der Spieler agiert als Detektiv und Archäologe zugleich, muss Aquädukte zusammen bauen, eine historische Gesellschaftspyramide erstellen und Götter in ihrem Einflussbereich bestimmen. Er erfährt spielerisch etwas über den Städtebau in der Antike und die Glasherstellung, über das Schicksal der Bewohner von Pompeji und warum Moorleichen so gut erhalten sind. Beigefügt ist der CD-ROM des Schulbuchverlages Cornelsen das leicht angegilbte Tagebuch des inzwischen verstorbenen Professor van Straaten, ohne das der Schatz des Zenturio nicht zu finden ist. Der Abenteueraspekt hält sich jedoch trotz der geheimnisvollen Aufmachung bei dieser Lernsoftware in Grenzen, offensichtlich war es den Machern wichtiger, möglichst viele Informationen über die Zeit in die CD-ROM zu packen. Und das ist ihnen gelungen. Wer Lust hat, etwas über die Zeit der Römer zu erfahren, der findet im "Geheimnis des Zenturio" reichlich Stoff, der sich an den aktuellen Lehrplänen der sechsten Klasse orientiert. Und so wundert es nicht, dass die neue Lern-CD-ROM aus dem Hause Cornelsen für den digita 2001 nominiert ist.

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