CDU-BUNDESSCHATZMEISTER LINSSEN : Notgroschen auf den Bahamas

Helmut Linssen
Helmut LinssenFoto: picture alliance / dpa

In der CDU genießt er in Sachen Finanzen offenbar großes Vertrauen: Im November 2010 wurde Helmut Linssen auf dem CDU-Parteitag in Karlsruhe mit 97 Prozent zum Bundesschatzmeister gewählt. Bei einem, der in Nordrhein-Westfalen von 2005 bis 2010 Finanzminister war, glaubt man die Parteikasse in guten Händen. Ein „Händchen“ hat Linssen offenbar auch fürs eigene Vermögen: Jahrelang hat der heute 71-Jährige Geld in einer Briefkastenfirma in Mittelamerika verborgen, wie der „Stern“ herausfand. Im August 1997 habe Linssen insgesamt 829 322 Mark bei der Bank HSBC Trinkaus & Burkhardt International S. A. in Luxemburg eingezahlt. Mit Hilfe der Bank habe er das Geld zuerst auf einen Trust gepackt, der auf den Bahamas registriert war. 2001 sei die Briefkastenfirma dort geschlossen und in Panama wieder eröffnet worden. Zuletzt seien dem CDU-Mann 141 113 Euro bar ausgezahlt worden. Ende 2004 habe er sein Trinkaus-Konto geschlossen, wenige Monate später wurde er Mitglied im Kompetenzteam von Jürgen Rüttgers, dem CDU-Spitzenkandidaten im Landtagswahlkampf. Die Daten von Linssens Konto, auf das auch seine Frau und seine Tochter Zugriff hatten, hätten sich auf der CD mit Daten der Trinkaus-Bank befunden, die das Land Nordrhein-Westfalen 2010 angekauft hatte. Verantwortlich für den Ankauf war Linssens Nachfolger als Finanzminister, Norbert Walter-Borjans (SPD). Ein Strafverfahren gegen Linssen sei 2012 eingestellt worden. Wegen der Verjährungsfrist habe er nur seine Zinserträge für 2001 bis 2005 nachweisen müssen – und in dieser Zeit hatte er mit seinem Auslandsgeld keinen Gewinn gemacht. Tsp

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