Zeitung Heute : Cebit als Messe der Superlative

Mehr Besucher und Abschlüsse erwartet / Gelände soll im kommenden Jahr erweitert werden HANNOVER (dpa).Die Cebit bleibt die Fachmesse der Superlative.Die Aussteller erwarten von der weltgrößten Computermesse in Hannover in diesem Jahr noch mehr Geschäftsabschlüsse als im Vorjahr, ergab eine aktuelle Umfrage des Bundesverbandes Informations- und Kommunikations-Systeme (BVB).Das Besucherinteresse ist bereits an den ersten beiden Tagen stärker als 1997, als 600 000 Gäste kamen.Die Deutsche Messe AG will daher die Rekordzahl von 7250 Ausstellern 1999 nochmals steigern und die Fläche um 10 000 auf 380 000 Quadratmeter ausbauen.Nach dem Cebit-Start mit nach inoffiziellen Angaben rund 80 000 Besuchern am ersten und rund 100 000 Gästen am Freitag wird nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre mit mehr als 600 000 Besuchern gerechnet.Die Deutsche Messe AG will deshalb auf der Cebit 99 Platz für noch mehr Aussteller schaffen.Die Standfläche für die einzelnen Aussteller soll dafür verkleinert werden.Vor allem müßten Ländern wie China und Brasilien oder osteuropäischen Unternehmen, die später in den Computer- und Kommunikationsmarkt eingestiegen seien, bevorzugt Flächen angeboten werden, sagte Messe-Vorstand Hubert H.Lange.Es stehe bereits fest, daß China mit bislang erst 16 Ausstellern 1999 doppelt soviel Platz wie in diesem Jahr bekomme.Hauptgrund für das enorme Austellerinteresse ist die offenkundige Erfolgsgarantie der Cebit.Laut Bundesverband der Informations- und Kommunikations-Systeme rechnen fast drei Viertel der befragten Unternehmen während oder als Folge der Messe mit mehr Aufträgen als 1997.Nachfragemotor seien Industrie, Banken, Versicherungen, Handel und die Telekommunikation, teilte der mitgliederstärkste Verband der Informations- und Kommunikationstechnik am Freitag mit.Der neue BVB-Vorsitzende Willi Berchtold warnte gleichzeitig vor unnötigen staatlichen Auflagen und Einschränkungen für das Internet, das frei von Zöllen und Steuern bleiben müsse.Schon in wenigen Jahren werde das Internet in der deutschen Wirtschaft die Geschäftsabläufe prägen.Bis zu 80 Prozent der Unternehmen wollten nach einer Marktstudie das Internet einsetzen.Auf der Cebit hat der malaysische Premierminister Mahathir Mohamad deutsche Firmen zu Investitionen in dem geplanten "Multimedia-Superkorridor" (MSC) seines Landes aufgerufen.Mit dem ehrgeizigen Milliarden-Projekt auf einem 15 mal 50 Kilometer großen Gebiet im Süden der Hauptstadt Kuala Lumpur will Mahathir sein Land ins Informationszeitalter führen.110 internationale Firmen sind nach Mahathirs Angaben bereits angemeldet, darunter auch Siemens.Weitere deutsche Firmen hätten Interesse gezeigt.Mahathir versprach günstige Investitionsbedingungen.Eine gute Nachricht gab es auf der Cebit auch in Sachen Sicherheit im Internet.Trotz eines strengen Exportverbotes der USA wird das in Nordamerika entwickelte und als nicht "knackbar" geltende Verschlüsselungssystem Pretty Good Privacy (PGP) künftig kommerziell in Europa angeboten.Das kündigte PGP-Autor Phil Zimmermann an.Im Gegensatz zu anderen Systemen bietet PGP keine "Hintertür" für staatliche Stellen an.Es ist die weltweit am meisten eingesetzte Software zur Verschlüsselung elektronischer Dokumente und Nachrichten.Das Programm darf privat kostenlos benutzt werden, kommerzielle Anwender müssen eine Lizenz kaufen.

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