Zeitung Heute : CHAOS BEI SIEGESFEIER

SANTIAGO/JAUNDE (sid).Außer Kontrolle geratene Jubelfeiern in Chile und Ausschreitungen gegen Europäer in Kamerun: Die Freude der Chilenen über den Einzug ihrer Nationalelf ins Achtelfinale der Fußball-WM in Frankreich schlug genauso in gewalttätige Randalen um wie der Frust der Afrikaner über das Vorrunden-Aus der "unbezähmbaren Löwen".In der chilenischen Provinzstadt Antofagasta kam ein 16 Jahre alter Fan bei einem Autokorso ums Leben, außerdem wurden bei Krawallen in der Hauptstadt Santiago und der Hafenstadt Valparaiso insgesamt 22 Polizisten sowie 26 weitere Personen verletzt und 106 Rowdies festgenommen.In Kameruns Metropole Jaunde erlitt ein Franzose bei Angriffen wütender Fans schwere Verletzungen.

Der tödliche Unfall in Antofagasta ereignete sich bei friedlichen Jubelfeiern.Der jugendliche Fan fiel von der Ladefläche eines offenen Lieferwagens, nachdem er das Gleichgewicht verloren hatte.Ein nachfolgendes Auto überfuhr den jungen Mann.Vier Personen nutzten das allgemeine Chaos in Santiago zu einem Banküberfall und erbeuteten dabei umgerechnet 10 000 Mark.Der bei den Randalen entstandene Sachschaden beläuft sich nach Angaben von Bürgermeister Jaime Ravinet auf umgerechnet rund 600 000 Mark.

In Jaunde randalierten vor allem Jugendliche nach Kameruns WM-Aus.Vor allem Europäer waren Opfer der Angriffe der aufgebrachten Einwohner.In einem vorwiegend von Weißen besuchten Einkaufszentrum wurden zwei Personen sowie ein einjähriges Baby verletzt.In einigen Stadtvierteln wurden Autos von Ausländern beschädigt.

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