Zeitung Heute : Charité-Stiftung soll neue Ideen fördern

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Nicht nur in der Wissenschaft, auch in ihrer Finanzierung ist die Charité ein Schrittmacher. Ende 2005 gründete das Universitätsklinikum eine private Stiftung, um seine Forschungen besser auszustatten. Vorsitzender der „Stiftung Charité“ ist Klinikchef Detlev Ganten. Ihr Vermögen beträgt derzeit rund 7,5 Millionen Euro. Allein sechs Millionen Euro steuerte Johanna Quandt bei, die Witwe des Industriellen Herbert Quandt und Großaktionärin bei der BMW AG. Sie ist der Charité persönlich verbunden, denn sie wurde 1926 in Berlin geboren. Die Schering AG, die seit kurzem zum Bayer-Konzern gehört, hat eine Million Euro gestiftet. Zusagen über weitere drei Millionen Euro liegen von der Deutschen Bank und einem Berliner Privatmann vor.

„Unsere Stiftung versteht sich als Brücke zwischen Medizin und Wirtschaft“, sagt Stephan Gutzeit vom Stiftungsvorstand. „Es geht um mehr als Geld, es geht um Ideen und Know-How aus den Unternehmen.“ So plane man eine Seminarreihe für Forscher und Kliniker mit unternehmerischen Interessen. Die Stiftung will auf diese Weise die Vermarktung von Ideen fördern: in der klinischen Praxis, in Pharmazie, Biotechnologie oder medizintechnischer Industrie. Die Wissenschaftler sollen außerdem so genannte Scouts für Fördermittel zur Seite gestellt bekommen, um ihnen die zeitraubende Akquise von Drittmitteln abzunehmen. HS

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