Zeitung Heute : Chemie: Der Fall Polyester

Metalle wie Chrom-, Kobalt-, Kupfer- und Nickelverbindungen sind in der Textilveredelung noch weit verbreitet. Ihre Giftigkeit hängt von der Art der chemischen Verbindung ab. Chrom ist nicht gleich Chrom. Als Dichromat ist es giftig. Etwa 30 Prozent der Wolle wird beim Färben immer noch mit Dichromat fixiert. Es belastet das Abwasser und stellt vor allem zum Schutze der Arbeiter hohe Sicherheitsanforderungen an den Färbeprozess. In über der Hälfte der Färbungen handelt es sich um die Farbe Schwarz.

Für Polyester verwenden Färbereien so genannte Zwei-zu-eins Chromfarbstoffe. Hier ist das Chrom in einer ungiftigen Form fest an den Farbkomplex gebunden. Da es aber das Abwasser belastet, versuchte zum Beispiel die Firma Kunert, ihre Strumpfhosenproduktion auf metallfreie Färbungen umzustellen. Aber der schwarze Strumpf konnte die Farbe nicht halten. Anders bei Wolle und Baumwolle. Im Gegensatz zu Polyester lagern sich hier die Farbpigmente nicht nur in den Stoff ein, sondern gehen mit ihm eine feste Bindung ein.

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