Zeitung Heute : Citroën: Großer Kombi der klassischen Art

Ingo von Dahlern

Kombis - die waren früher einmal die einzige Alternative zur Limousine, wenn man mehr Platz brauchte, als ihn ein normaler Kofferraum bot. Doch mit den immer zahlreicher gewordenen Minivans insbesondere auch im Kompaktformat haben die Kombis harte Konkurrenz bekommen. Denn zusätzlich zum variablen Laderaum bieten diese Fahrzeuge innen auch besonders viel Höhe. Da passt manches Format hinein, mit dem man in einem normalen Kombi Probleme hat. Zudem haben sich die Kombis in den letzten Jahren gewandelt. Denn viele neue Modelle haben zwar die typische Kombi-Silhouette, sind aber als moderne Lifestyle-Kombis mit edlem Interieur alles andere als geräumige Transporter vom alten Schlag.

Aber nicht jeder, der einen besonders großen Laderaum braucht, möchte auch einen Minivan fahren. Die geräumige Reiselimousine mit Kombiheck bleibt also weiterhin ein attraktives Angebot. Und wer in diesem Marktsegment ein überzeugendes Fahrzeug anbieten kann, hat damit hohe Erfolgschancen. So klingt es durchaus realistisch, wenn Citroën damit rechnet, dass mindestens die Hälfte aller neuen Mittelklasse-Modelle C5, die künftig verkauft werden, ein Kombiheck haben werden. Denn den im Frühjahr als Limousine eingeführten C5 gibt es jetzt auch als Kombi - übrigens auch unter dieser Bezeichnung und nicht mehr mit dem früher üblichen Zusatz Break. Und damit kehrt so etwas zurück, wie ein Klassiker.

Der erreicht zwar nicht die Dimensionen der früher für Citroën so typischen Oberklasse-Kombis wie des CX Break mit einem Radstand von 3,10 Meter und einer Länge von 4,93 Meter - aber der Bedarf für so große Kombis ist recht begrenzt. Größer ist er sicherlich in der Klasse darunter. Und der Kombi des C5 macht da mit einer Länge von 4,73 und einem Radstand von 2,75 Meter eine mehr als respektable Figur. Immerhin ist er damit 14 Zentimeter länger als die Limousine und bietet einen Laderaum von 563 Liter, der sich durch Vorklappen der Rückbank - ein einfaches Manöver, das keine komplizierten Handgriffe erfordert - auf 1658 Liter vergrößern lässt. Und bei einer Zuladung zwischen 511 und 555 Kilo je nach Modellversion - ausgenommen den 2.0 HPi, der lediglich 379 Kilo erlaubt - lässt sich dieser Raum denn auch ordentlich nutzen.

Dazu trägt auch bei, dass der Laderaum einen durchgehend ebenen Boden sowie eine steil stehende Heckklappe und praktisch keine nur schwer nutzbaren Winkel hat. Die Laderaumlänge liegt zwischen 1,08 Meter und 1,78 Meter bei vorgeklappter Rückbank, die Breite misst maximal 1,17 Meter und zwischen den Radkästen 1,12 Meter und die Höhe unter der Abdeckung 48 und bis zum Fahrzeugdach 91 Zentimeter. Ein besonderes Angebot macht Citroën bei der Ladekante, die normalerweise 56 Zentimeter hoch ist, sich durch einen Knopfdruck auch bei stehendem Motor aber zwischen 49 und 65 Zentimeter variieren lässt.

Zu den praktischen Details gehören die separat zu öffende Heckscheibe und der Teppichboden des Kofferaums, der sich umdrehen lässt und dann eine abwaschbare PVC-Oberfläche zeigt, auf die man ohne Bedenken auch schmutzige Kinderwagenräder oder feuchtes Ladegut stellen kann. Dem Schutz der Insassen vor umherfliegendem Ladegut dient ein leicht handhabbares Schutznetz und kleinere Gegenstände lassen sich mit einem Bodennetz am Laderaumboden fixieren. Für kleine Dinge gibt es zudem Platz in der Reserveradmulde und abgedeckte Fächer hinter den Radkästen, und wer besonders lange Gegenstände im C5 Kombi unterbringen muss, dem hilft dabei die Skiklappe. Rundum also ein durch und durch praktisches Kombiheck.

Besonders erfreulich ist, dass der große Platz hinten nicht etwa auf Kosten des Raums für die Passagiere im Fond gewonnen wird. Im Gegenteil. Wer hinter Fahrer und Beifahrer sitzt, hat nicht nur großzügige Ellenbogen- und Kniefreiheit, sondern vor allen Dingen auch viel Kopffreiheit - genau gemessen sogar 15 Millimeter mehr als vorn. Das macht den C5 Kombi bei voll besetzten Passagierplätzen zu einem sehr bequemen Fahrzeug auch für längere Reisen.

Zu den besonderen Pluspunkten des C5 Kombi gehört schließlich auch, dass dieses Auto eine rundum überzeugende Silhouette wie aus einem Guss hat. Der Vorderwagen, der identisch mit der Limousine ist, geht bruchlos in das geräumige und mit einer Höhe von 1,52 Meter auffallend hohe Kombiheck über. Trotz dieser Höhe wirkt der Wagen überraschend gestreckt. Unterstrichen wird die elegante Dachlinie durch die zur Serienausstattung zählende Dachreling. Und einen besonderen Akzent setzt das Heck mit seinen die Heckklappe komplett einrahmenden Heckleuchtenleisten.

Trotzdem wäre es übertrieben, die Linie des C5 Kombi als avantgardistisch zu bezeichnen. So mutige und wegweisende Karosserien wie die der "Deesse" sind leider Geschichte. Doch technische Avantgarde, die steckt auch unter dem Karosserieblech dieses vergleichsweise so braven Autos. Das gilt vor allem für das Fahrwerk des C5. Denn mit seinem Hydractive III genannten hydropneumatischen Fahrwerk hat Citroën eine für die Marke typische technische Spezialität gewissermaßen neu erfunden. Es bietet mehr als seine Vorgänger und ist gleichzeitig sehr viel einfacher aufgebaut, ist technisch eines der anspruchsvollsten, in der Wartung aber das anspruchsloseste Fahrwerk, das bis zu fünf Jahre oder für eine Fahrtstrecke von 200 000 Kilometer völlig wartungsfrei ist. Es kann gute und schlechte Fahrbahnen unterscheiden, erhöht bei schlechten Straßen automatisch die Bodenfreiheit, während es auf der Autobahn den Wagen absenkt. Und es kann in Sekundenbruchteilen die Federungs- und Dämpfungsabstimmung anpassen, wenn eine kritische Fahrsituation das erfordert und gleich danach wieder auf seidenweichen Komfort umschalten. Zudem berücksichtigt die Steuerung den Fahrstil des jeweiligen Fahrzeuglenkers. Kurzum, dieses Fahrwerk bietet ein Optimum an Komfort und Sicherheit. Und ein ganz besonderer Vorteil für einen Kombi, der mit oft unterschiedlich schwerer Beladung unterwegs ist, ist die mit diesem Fahrwerk automatisch vorhandene Niveauregulierung.

Technische Avantgarde präsentiert dieses Auto aber auch in anderen Bereichen - wie zum Beispiel bei seinen Motoren. Zu den drei Triebwerken, die bereits mit der Limousine eingeführt wurden - dem 1,8-Liter-Vierzylinder-Vierventiler mit 85 kW (116 PS), dem Zweiliter-Vierzylinder-Vierventiler mit 100 kW (136 PS) und dem direkt einspritzenden Zweiliter-Turbodiesel mit Common-Rail-Hochdruckeinspritzung und 80 kW (100 PS), der mit einem Partikelfilter ausgestattet ist, kommen drei weitere Triebwerke hinzu.

Das eine ist ein zweiter und stärkerer Turbodiesel, der 2.2 HDi mit 98 kW (133 PS). Er lässt den C5 Kombi binnen 11,9 Sekunden Tempo 100 und maximal

201 km/h erreichen und gibt sich trotz dieser fast schon sportlichen Leistungen mit nur 6,5 l/100 km zufrieden. Zum stärksten Kombi, den Citroën je gebaut hat, wird der C5 mit dem 3.0-Liter-V6 mit

152 kW (207 PS) und variabler Ventilsteuerung, der den Spurt auf Tempo 100 in nur 8,7 Sekunden und 234 km/h möglich macht, als besonders sauberes Triebwerk die Abgasnorm D4 erfüllt und mit einem Durchschnittsverbrauch von 9,8 l/100 km für seine Leistungsklasse alles andere als ein Säufer ist.

Ja und dann kommt mit dem 2.0 HPi ein dritter neuer Motor, mit dem Citroën technisches Neuland betritt. Denn dieser Zweiliter-Vierzylinder ist ein direkt einspritzender Benziner. Zu seinen besonderen Vorteilen gehört es, dass er im Teillastbereich - also bis 50 Prozent Motorlast und bis zu 3500/min - mit besonders magerem Gemisch betrieben werden kann, wodurch der Verbrauch im Vergleich zum konventionellen Saugrohr-Einspritzer um rund zehn Prozent sinkt.

Allerdings verlangen die dabei entstehenden Stickoxide eine spezielle Nachbehandlung der Abgase - eine mit Bariumsalz bestückte sogenannte Stickstoff-Falle, in der die Stickoxide festgehalten werden - einen NOx-Speicherkatalysator. Der muss jedoch regelmäßig regeneriert werden - durch Anfettung des Gemischs. Das geht leider zu Lasten des Verbrauchsvorteils. Und die zusätzliche Technik macht den Wagen auch um einiges schwerer. Darum auch die bereits erwähnte knappe Zuladung, denn außerdem gibt es den 2.0 HPi nur in der besonders umfangreich ausgestatteten Exclusive-Version.

Über die Ausstattungen des C5 haben wir bereits bei der Limousine berichtet. Und auch über die vergleichsweise attraktiven Preise dieses neuen Citroën, der als Kombi mit 800 Euro oder 1565 DM mehr als die entsprechenden Limousinen eine beachtliche Menge Zusatznutzen bietet. Der Einstieg in die neue Kombi-Klasse beim C5 beginnt mit 39 899 DM.

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