Zeitung Heute : Clevere Clochards

FRANK NOACK

Kein Unbehagen: "Under the BridgeÒFRANK NOACKUm das Thema Obdachlosigkeit machen selbst engagierte Filmemacher einen großen Bogen.Während sich Krankheit und Tod mit Edelmut oder Nervenkitzel versehen lassen, ist die Angst vor sozialem Abstieg unangenehm.Charles Weinsteins Film löst dennoch kein allzu großes Unbehagen aus.Die Handlung spielt in der warmen Jahreszeit, und die Bewohner der Obdachlosensiedlung "HellholeÒ verfügen über großes Organisationstalent.Der Anführer John (Zach Grenier), ein charismatischer Bisexueller, könnte in einem Wohnheim leben, zieht aber die Freiheit in "HellholeÒ vor.Die Prostituierte Kathy (Melissa Leo) steht in engem Kontakt zu einer Sozialarbeiterin, will sich aber nicht bevormunden lassen.Obdachlosigkeit ist hier ein bewußt gewählter Lebensstil und der gesamte Film ein Appell an die Eigenverantwortung.Dennoch bietet der Film genügend häßliche Details, um dem Vorwurf der Romantisierung zu entgehen.Erfreulich anders als etwa bei Ken Loach oder Wolfgang Becker: der Verzicht auf Schuldzuweisung und Schwarzweißmalerei.Weinsteins Figuren erleben weder die große Katastrophe noch das große Glück.Sputnik Südstern

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