Zeitung Heute : Commerzbank wird zum Teil verstaatlicht

Berlin - Die Commerzbank braucht zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen Geld vom Staat. Der Bund schießt der zweitgrößten deutschen Bank weitere zehn Milliarden Euro zu und beteiligt sich dadurch mit rund 25 Prozent an dem Institut. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte die Commerzbank vom Bankenrettungsfonds Soffin 8,2 Milliarden Euro erhalten. Damals floss das Geld jedoch in Form einer stillen Einlage. Nun soll der Bund auch Aktionär bei der Bank werden und somit ein Vetorecht bei wichtigen Unternehmensentscheidungen erhalten. Für rund 1,8 Milliarden Euro enthält der Bund 295 Millionen Commerzbank-Aktien. Weitere 8,2 Milliarden Euro sollen durch eine neue stille Einlage des Bundes fließen.

Die Commerzbank braucht das Geld, um die Übernahme der Dresdner Bank wie geplant abzuschließen. Nach Informationen aus Finanzkreisen waren bei der seit Langem defizitären Dresdner Bank zuletzt neue Löcher aufgetaucht. Da auch die Commerzbank durch die Finanzkrise hart getroffen sei, habe sie die im vergangenen Sommer vereinbarte Übernahme nicht mehr alleine stemmen können, hieß es.

Auch der bisherige Mutterkonzern der Dresdner, die Allianz, soll sich an der Rettung des neuen Bankenkonzerns beteiligen. Nach tagelangen Verhandlungen mit der Commerzbank und dem Soffin einigte man sich darauf, dass die Allianz für 1,1 Milliarden Euro kritische Wertpapiere der Dresdner Bank übernimmt. Zudem soll der Versicherungskonzern mit einer stillen Einlage in Höhe von 750 Millionen Euro das Eigenkapital der neuen Bank stärken. Die Commerzbank teilte mit, der Zusammenschluss der beiden Institute werde in den kommenden Tagen stattfinden. Der Kurs der Aktie brach um fast 14 Prozent ein. stek

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