Zeitung Heute : CompuServe unterstreicht Profi-Rolle

HOLGER SCHLÖSSER

MÜNCHEN .Wer den Erfolg einer Computermesse an dem Gedränge zwischen den Ständen mißt, wird von der Systems 98 enttäuscht.Zwar verkündete die Messeleitung einen Ausstellerrekord, von einem Besucherandrang war aber zumindest beim Start kaum etwas zu spüren."Im Vergleich zur CeBIT ist das hier wie eine Kur", sagte die Sprecherin eines Computerherstellers.



Dessen ungeachtet nutzen viele Unternehmen die Gelegenheit, ihre neuesten Produkte und Verbesserungen vorzustellen.Nach dem Kauf durch AOL-Bertelsmann war es etwas stiller um den Online-Dienst CompuServe geworden.Auf der Systems meldete er sich mit drei Neuerungen zurück.Neben einem vergrößerten Einwahlnetz gibt es demnächst auch eine neue Zugangssoftware und neue Business-Foren.Mit insgesamt 64 neuen Einwahlknoten können sich rund 70 Prozent der CompuServe-Mitglieder ab sofort zum Ortstarif in den Münchner Online-Dienst einwählen.Möglich wurde dies durch eine Kooperation mit dem Netzwerkbetreiber UUNET.Bis Anfang 1999 soll der günstigere Tarif für alle CompuServe-Mitglieder gelten.Zum Frühjahr wird es auch eine neue Software geben, die den Zugang zum Angebot erleichtern soll.Sie wird erstmals einen Internet-orientierten Zugriff auf die Inhalte des Dienstes ohne Änderungen am DFÜ-Netzwerk ermöglichen.Mit neuen Foren zu Themen wie Recht, Steuern, Medizin und Werbung unterstreicht CompuServe seine Ausrichtung als Online-Dienst für professionelle Anwender.



Gegenüber dem Tagesspiegel sagte Geschäftsführer Konrad Hilbers, daß die Mitgliederzahlen von CompuServe mit 250 000 stabilisiert worden seien.Mit dem neuen Konzept soll diese Zahl in 18 Monaten verdoppeln werden.Etwa 70 Millionen Mark Umsatz erwartet er für das laufende Geschäftsjahr 1998/99 in Deutschland, in ganz Europa peilt er sogar 270 Millionen an.Nach langer Durststrecke soll das Unternehmen ab Frühsommer 1999 wieder profitabel sein.



Auch der deutsche Marktführer T-Online zeigte sich auf der Messe kämpferisch.Nach Aussagen von Telekom-Vorstand Detlev Buchals will der Online-Dienst seinen Kundenstamm mit günstigeren Gebühren und neuen Online-Shopping-Angeboten weiter ausbauen.Ende des Monats werde T-Online die Rekordzahl von 2,5 Millionen Kunden haben, sagte Buchal am Montag auf der Münchner Computermesse.



Das Motto "Schneller Surfen im Internet" hat sich offenbar der Aachener Grafikkarten- und Modem-Hersteller Elsa auf die Fahnen geschrieben.In München stellte das Unternehmen das erste europäische Kabelmodem vor, das ab Mitte 1999 verfügbar sein wird.Über das herkömmliche Fernsehkabel kann mit den Geräten ein kostengünstiger und mit Datenraten im Megabit-Bereich äußerst schneller Internet-Zugang ermöglicht werden.Voraussetzung dafür ist jedoch eine Modem-Gegenstelle bei den Betreibern der Fernsehkabelnetzen.



Daß die Größe wenig über die Leistung eines Rechners aussagt, beweisen die neuesten Notebooks, die in München zu sehen sind.Compaq, weltweit einer der größten Anbieter von PCs, präsentierte seine neuen Notebook-Familien unter dem stolzen Namen "Armada".Das kleinste "Schlachtschiff" ist der "Armada 3500" mit einem Gewicht von weniger als zwei Kilogramm und einer Höhe von 3,3 Zentimeter.Der Clou an dem Gerät: Mit einem Handgriff läßt sich das Subnotebook in einen vollausgestatteten, portablen PC verwandeln.In dem Zusatzgerät "Mobile 3500" ist ein 24fach CD-ROM- oder DVD-Laufwerk enthalten sowie eine 3,5-Zoll-Floppy und eine zweite Festplatte.





Einen echten Winzling präsentierte Hewlett Packard mit dem Handheld-PC "Jornada 820".Das erste Gerät einer neuen Reihe läuft unter Windows-CE.Dafür ist der Zwerg 1,1 Kilogramm leicht, verfügt über Ausmaße von 25 mal 18 Zentimetern und ist vier Zentimeter hoch.In dem Preis von etwa 1000 Dollar ist ein umfangreiches Softwarepaket, Farbbildschirm, USB-Schnittstelle sowie ein zumindest in der US-Version integriertes V.90-Modem enthalten.

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