Zeitung Heute : Computer "nur echt mir der Wollmütze"

KLAUS ANGERMANN

Der Tagesspiegel und seine Partner gehen ihrem Ziel, mit der Aktion "Computercountdown 1000" noch in diesem Jahr 1000 Computer an Schulen zu vermitteln, mit großen Schritten entgegen.Seit dem Beginn der Aktion Anfang Juli konnten in Verbindung mit dem Projekt Eco-PC des Kirchbauhofs und dem Radiosender Fritz rund 330 PC für Schulen akquiriert werden.

Das SFB / ORB-Radio Fritz, bekannt besonders für seine Wollmützen, beteiligte sich an dem Projekt, indem es in dieser Woche mit zahlreichen Aktivitäten in ihrem Programm auf den Countdown hinwies.So gab es beispielsweise eine Reportage über die Rolle des Computers im amerikanischen Schulunterricht.Ferner war der Sender in einer Schule in Spandau und befragte Schüler, die bereits seit einiger Zeit Computerunterricht auf ihrem Stundenplan stehen haben.Am Montag besuchte Fritz den Kirchbauhof, und am Donnerstag beschäftigte sich der Sender mit der Frage der Entsorgung von Computerschrott.Heute wird es gegen 8 Uhr 20 einen Bericht zu der Perspektive eines virtuellen Unterrichts geben.Nebenbei wird der tägliche Trailer mit Informationen zu dem Projekt auch in der nächsten Woche immer wieder gesendet.

Die Einschätzung des bisherigen Projektverlaufs durch Matthias Lehmann vom Kirchbauhof-Projekt Eco-PC ist sehr positiv.Sicherlich hat auch der Fernseh-Auftritt im ZDF-Magazin "Planet e" vom vergangenen Sonntag zur großen Aufmerksamkeit beigetragen.Viele Anrufer möchten mehr über das Eco-Projekt wissen, manche sind von der Aktion begeistert, andere haben eigene Ideen und steuern Verbesserungsvorschläge bei."Natürlich bedeutet das Interesse nicht auf der Stelle mehr Spenden; der Werbeeffekt ist eher mittelfristig", resümiert Matthias Lehmann, "trotzdem ist die Aktion ein Erfolg".

Leider ersetzt eine wachsende Diskussionsbereitschaft zu diesem Thema vorläufig noch keine Spenden: Es fehlt neben Hardware immer noch vor allem an Software-Lizenzen.Ohne kostenfreie Software kann Eco-PC die Rechner allerdings nicht zum Selbstkostenpreis an Schulen abgeben, da der Preis für die Programme noch hinzukommen würde.Ein Kostenfaktor, der suchende Schulen wohl in einigen Fällen wegen Geldknappheit von der Anschaffung abhalten würde.

Trotz des latenten Software-Bedarfs konnten in dieser Woche zahlreiche Computer an Schulen weitergegeben werden.So spendete das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin dreizehn 386er PC komplett mit Monitoren, Tastaturen und Mäusen.Rund 50 PC kamen von der Firma Schering hinzu, kleinere Firmen und Privatpersonen haben vier teilweise komplette Rechner sowie vier Drucker nebst diversen Kleinteilen gespendet.Einige weitere Großspenden sind ebenfalls in Aussicht gestellt und dürften in den nächsten Wochen konkretisiert werden.

Reges Interesse konnte auch der Radiosender Fritz vermelden."Die meisten Leute rufen jedoch wegen Gesuchen an", verrät Stefanie Unverdroß vom Sender.Der Bedarf an Schulen ist nach wie vor ungebrochen, die Anrufer kommen sogar aus den entlegensten Winkeln in ganz Brandenburg.Die Spendebereitschaft beziehe sich bislang hauptsächlich auf private Anrufe, größere Firmen seien noch nicht dabei.Viele Anrufer hätten auch nur Kleinteile wie Mother-boards oder Grafikkarten angeboten.Auch diese kann Eco-PC aber gut gebrauchen.

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