Zeitung Heute : "Computercountdown 1000" erfolgreich

MAREN PETERS

Der "Computercountdown 1000", mit dem bis zum Jahresende Berliner Schulen mit Spenden zu 1000 Computern verholfen werden sollte, war ein voller Erfolg: "Wir haben unser Ziel sogar noch übertroffen", sagte Matthias Lehman vom gemeinnützigen Berliner Bildungs- und Beschäftigungsträger KirchBauhof am Donnerstag dem Tagesspiegel.1270 Rechner, knapp 700 Monitore, über 100 Drucker und 450 Tastaturen sind seit Beginn der Aktion im Juli gespendet worden.Davon gingen nach Angaben Lehmanns rund 600 an Schulen und gemeinnützige Einrichtungen, etwa 200 mußten auf Kosten der Firmen verschrottet werden, weil sie nicht mehr tauglich waren.Weitere rund 200 Rechner sind als Ersatzteillager "ausgeschlachtet" worden.Der "Computercountdown 1000" ist eine Ergänzung zur Kontaktbörse "Computer in die Schulen" (CidS!), die der Tagesspiegel vor zwei Jahren ins Leben gerufen hat.Unterstützt wird das Projekt von der Eco-PC-Abteilung des Kirchbauhofs, die sich um die Prüfung und Überholung der von den Firmen gespendeten Computer kümmert, sowie dem ORB/SFB-Sender Radio "Fritz", der durch Trailer auf die Aktion aufmerksam macht.

Grundsätzlich sind alle Berliner Schulen berechtigt, die Rechner zum Selbstkostenpreis zu erwerben.Die Nachfrage ist im Moment allerdings eher flau: "Eine Warteliste gibt es nicht", sagt Lehmann.Ganz im Gegenteil: 200 nachgerüstete Computer warteten derzeit sogar im Lager auf Abnehmer.Schulen, meint Lehmann, hätten über die CidS!-Kontaktbörse, die mit Lottogeldern finanziert wird, eben auch die Möglichkeit, ihren Rechner umsonst zu bekommen und würden diesen Weg natürlich vorziehen.Eine andere Theorie für die mangelnde Nachfrage hat der Informatiklehrer Ernst van der Beeck von der Johann-Georg-Halske-Schule in Siemensstadt: "Wir haben mindestens zwei Monate auf unsere Computer, die zuvor von Siemens gespendet worden sind, warten müssen", klagt er."Besser wäre es, wenn die Schulen Geld bekämen und die Umrüstung der Computer selbst in die Hand nehmen könnten."

Kirchbauhof-Vertreter Lehmann plagen andere Sorgen: "Uns fehlen Software-Lizenzen", klagt er.Solange die Firmen sie nicht spendeten, müßten die Schulen, abgesehen von lizenzfreien Programmen wie Linux, unverhältnismäßig viel Geld dafür zahlen.Trotz des einen oder anderen Problems: Das Projekt "Computercountdown 1000" soll auf jeden Fall über die Jahresfrist hinaus verlängert werden - "mindestens bis Ende 2000", sagt Lehmann.Allerdings müsse man die Strategie überdenken."Wir sollten dazu übergehen, Netzwerklösungen anzubieten", schlägt Lehmann vor."Was bringt es den Schulen, einzelne Computer stehen zu haben?" Benötigt würden komplett ausgestattete Computerräume.Ob das künftig möglich sein wird, hänge vom Budget der Schulen und dem Ausgang der laufenden Gespräche mit den Sponsoren ab.

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