Zeitung Heute : DÄNEMARK NACH 4:1-SIEG ÜBER NIGERIA IM VIERTELFINALE: "Danish Dynamite" explodiert

ST.DENIS ."Danish Dynamite" ist explodiert.Mit einer Weltklasse-Vorstellung hat Dänemark den Höhenflug der Super-Adler aus Nigeria unsanft gestoppt und sich dank eines überzeugenden 4:1 (2:0) erstmals für ein WM-Viertelfinale qualifiziert.Dort fordert der Europameister von 1992 am Freitag Titelverteidiger Brasilien heraus.Vor 80 000 begeisterten Zuschauern im Stade de France in St.Denis erzielten Moeller in der 3.Minute, Brian Laudrup (12.), Sand (60.) nur 21 Sekunden nach seiner Einwechslung und Helveg (76.) die Tore für Dänemark, das sich nach einer schwachen Vorrunde in den Favoritenkreis bei "France 98" katapultierte.

Der Olympiasieger von 1996, für den Babangida in der 77.Minute das Ehrentor gelang, mußte seine WM-Träume wie schon vor vier Jahren in den USA im Achtelfinale begraben.Die Ballkünstler aus Westafrika, die sich eigentlich nur von den "Göttern" stoppen lassen wollten, wurden von den in der Vorrunde biederen Handwerkern aus Nordeuropa phasenweise vorgeführt und schlichen demoralisiert vom Platz.

Dänemarks Coach Bo Johansson hatte mit einer taktischen Meisterleistung den Sieg seines Teams eingeleitet.Er stellte überraschend Moeller als zweite Spitze an die Seite von Brian Laudrup und düpierte die Nigerianer damit sichtlich.Die Hereinnahme des 26 Jahre alten Stürmers vom PSV Eindhoven erwies sich als Glücksgriff.Schon den ersten Angriff der Dänen nach nur 127 Sekunden schloß Moeller nach schönem Zuspiel von Michael Laudrup zur frühen Führung ab.In der 12.Minute avancierte der untersetzte und zweikampfstarke Angreifer zum Wegbereiter für das 2:0 durch Brian Laudrup.Einen Freistoß von Moeller ließ Nigerias Schlußmann Rufai nach vorne abprallen, so daß der jüngere der beiden Laudrup-Brüder keine Mühe hatte, sein erstes Länderspiel-Tor im 80.Einsatz zu erzielen.

Der Schock über die schnellen Gegentore währte beim Olympiasieger von 1996 jedoch nicht lange.Nach einer Viertelstunde rissen die Afrikaner das Geschehen vor allem dank ihres eine Halbzeit lang überragenden Mittelfeldregisseurs Okocha an sich.Der ehemalige Bundesligaprofi von Eintracht Frankfurt führte glänzend Regie und war praktisch an jeder gefährlichen Situation beteiligt.Mit tollen Tricks und Finten sorgte der 24jährige Super-Techniker zudem für einen hohen Unterhaltungswert.

Der Europameister von 1992 verlegte sich nach seinen Blitztoren zunächst nur noch gelegentlich auf Konter.Die technisch brillanten, aber oft zu verspielten Afrikaner hatten mehrere Gelegenheiten, offenbarten dabei aber ihre Schwächen im Abschluß.

Die schnörkellos und geradlining agierenden Dänen suchten bei ihren seltenen Ausflügen aus der eigenen Hälfte dagegen den kürzesten Weg zum Tor.Für die Entscheidung sorgte der eingewechselte Sand nach herrlichem Zuspiel von Michael Laudrup.In der Folge spielten die Dänen mit dem Gegner Katz und Maus.

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