Zeitung Heute : Das Aktuelle Computerlexikon: I

MARKUS VON RIMSCHA

ISDN (Integrated Services Digital Network oder übersetzt: dienste-integriertes digiales Netz) ist die zeitgemäße Variante, Daten über Telefonleitungen zu übertragen.Im Gegensatz zur herkömmlichen analogen Methode stehen dem Anwender hier wesentlich umfangreichere Möglichkeiten zur Verfügung.Ein Anschluß, dessen Bereitstellung einmalig 100 DM kostet, schlägt monatlich mit 51 DM zu Buche und umfaßt drei Rufnummern.So kann für geschäftliche und private Telefonate sowie Internetzugang eine separate Nummer eingesetzt werden, wobei zwei Kanäle gleichzeitig genutzt werden können.Je ISDN-Anschluß lassen sich bis zu acht Endgeräte anschließen.

An einer ISDN-Leitung können nicht nur digitale Endgeräte betrieben werden.Über einen Wandler lassen sich auch die alten Analoggeräte wie Fax oder Anrufbeantworter anschließen.Allerdings lassen sich damit die komfortablen Telefon-Funktionen wie die Rufnummern-Anzeige, Anrufweiterschaltung oder eine Auflistung eingegangener Anrufe mit Nummer nur eingeschränkt nutzen.

Seine Stärken spielt ISDN bei der Datenübertragung aus.Pro Kanal steht eine Kapazität von 64 Kilobit je Sekunde zur Verfügung, damit benötigt eine Datenpaket von einem Megabyte Größe zur Übertragung rechnerisch rund zwei Minuten.Zum Vergleich: Analoge Modems schafften bisher nur 33,6 Kilobit und auch die neuen 56 Kilobit-Modems erreichen nur in einer Richtung ihre volle Leistung.Zudem muß auch immer der Partner, beispielsweise der Internet-Provider, über entsprechende Ressourcen verfügen.Gerade hier werden analoge 56 Kilobit-Eingänge noch relativ selten angeboten.Moderne ISDN-Geräte können jedoch außer mit anderen ISDN-Anlagen auch mit analogen Partnern kommunizieren, ein Vorteil, den herkömmliche Modems nicht bieten können.

Der Geschwindigkeitsaspekt als Hauptvorteil von ISDN könnte jedoch bald der Vergangenheit angehören.Mit dem ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line)-System von Motorola sollen über herkömmliche Telefonleitungen Transferraten von bis zu 1,5 Megabit pro Sekunde realisiert werden - das entspricht fast der 25fachen ISDN- Geschwindigkeit.Diesen Standard will bei ausreichender Verbreitung unter anderem Großanbieter T-Online einsetzen.Derzeit hat jedoch gerade erst der erste Pilotversuch zu ADSL gestartet.

Um ISDN zur Datenfernübertragung (DFÜ) nutzen zu können, muß neben einem Anschluß auch die entsprechende Hardware vorhanden sein.Hier bieten sich zwei Varianten an.Entweder wird eine interne ISDN-Karte gewählt, die vergleichbar mit anderen Steckkarten in den PC eingebaut wird.Alternativ dazu kann ein externes ISDN-Modem eingesetzt werden, welches üblicherweise über eine serielle Schnittstelle oder den Universal Serial Bus (USB) betrieben wird.Interne ISDN-Karten sind ab 120 DM zu haben, externe Modems kosten ab 200 DM.

Neben den Grundfunktionen sollte jedoch auf einige sinnvolle Ergänzungen geachtet werden.Wird beispielsweise die Fax-Funktion häufig genutzt, so könnte es sinnvoll sein, daß das Gerät über einen eigenen Speicher sowie eine Stromversorgung verfügt und damit in der Lage ist, Faxe auch bei ausgeschaltetem Computer entgegenzunehmen.Leider sind aktive Karten jedoch erheblich teurer als die passiven Pendants.

Als weiterer Kostenfaktor treten die üblichen Telefongebühren auf, die sich zwischen ISDN und herkömmlicher analoger Nutzung nicht unterscheiden.Lediglich durch höhere Übertragungsraten und dadurch geringere Zeiten können die laufenden Kosten gesenkt werden.

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