Zeitung Heute : Das Aktuelle Computerlexikon: K

Stellen sie sich vor, sie wollen ein digitalisiertes Bild an Bekannte in die USA senden.Nehmen wir an, das Bild hat eine Größe von zwei Megabytes (MB).Es paßt also nicht auf eine Diskette und auch als E-Mail ist die Übertragung einer so großen Datenmenge teuer.Für solche und ähnliche Fälle wurden Verfahren entwickelt, mit denen man Daten auf eine verkürzte Form bringen kann.Durch sogenannte Komprimierungsprogramme - eines der gängigsten ist Winzip - werden wiederholt vorkommende Bit-Muster zusammengefaßt und der notwendige Speicherbedarf erheblich verringert.

Das Prinzip dabei ist folgendes: Alle Dateien enthalten mehr oder weniger viele Wiederholungen in den Bit-Folgen.Um bei dem oben genannten Bild zu bleiben: Auch dort kommt eine Farbe nicht nur einmal vor, sondern mehrfach.Diese Widerholungen werden nun durch das Programm ermittelt.Danach werden die entsprechenden Daten zusammengefaßt und in kürzere Sequenzen umgewandelt.Das zuvor zwei Megabyte große Bild aus dem Beispiel läßt sich so auf etwa 400 Kilobyte reduzieren, und das Problem des Versendens entweder als Mail oder mit einer Diskette ist damit gelöst.

Allerdings lassen sich nicht alle Computerdaten gleichermaßen komprimieren.Von Bedeutung ist in erster Linie, wie die jeweilige Datei strukturiert ist: Texte und Grafiken sind stärker komprimierbar als ausführbare Dateien.Während bei Grafiken Kompressionsraten von über 10:1 nicht untypisch sind, liegt das Verhältnis zwischen unkomprimierter zu verdichteter Datei bei ausführbaren Programmen oftmals unter 2:1.

Doch nun zur Praxis: Nach dem Aufrufen des Komprimierungsprogramms wird angegeben, welche Dateien gepackt werden sollen.Das Programm generiert aus ihnen eine neue, komprimierte Datei, die im allgemeinen als "Archiv" bezeichnet wird und an einer speziellen Namenserweiterung zu erkennen ist: Populäre Programme dieser Art sind beispielsweise ARJ, LZH, ZIP oder ZOO.Spezielle Sonderfunktionen, wie ein Inhaltsverzeichnis und die Möglichkeit, einzelne Dateien hinzuzufügen oder wegzunehmen, erleichtern das Arbeiten innerhalb des Archivs.Bei den ausführbaren Dateien erlauben Programme wie LZEXE oder PKLITE, die mit einer Art "Dekomprimierungsvorspann" ausgestattet sind, das automatische Entpacken direkt in den Arbeitsspeicher.

Zu unterscheiden sind auch die Arten der Komprimierung: Daten können nach Größe oder nach Zeit komprimiert werden.Wird auf maximale Kompression wert gelegt, dauert der Vorgang länger.Der Nutzer kann auch Dateiblöcke mit einer bestimmten Größe anlegen, die dann genau auf eine Diskette passen.Problematisch ist, daß bei herkömmlichen Programmen die komprimierten Dateien nicht lauffähig sind, was für Dateien, die häufig genutzt werden, natürlich ungünstig ist, da sie vor der Nutzung erst einmal auf die Festplatte kopiert und dort ausgepackt werden müssen.

Komprimiert wird überdies nicht nur, um Dateien für den Versand oder das Bereitstellen von Bildern über das Netz vorzubereiten.Eine weitere Anwendungsform betrifft die Festplatten selbst.Aus der Zeit, als Festplattenspeicher noch teuer war, stammen Programme wie Stacker oder DoubleSpace, die während des normalen Computerbetriebs dafür sorgten, daß alle Daten, die auf die Festplatte geschrieben wurden, zuvor komprimiert wurden.Entsprechend wurden Daten vor dem Laden in den Arbeitsspeicher in Echtzeit dekomprimiert.Auch in Windows 95 und 98 ist ein solches Programm namens DriveSpace enthalten, wobei bedacht werden muß, daß die Erhöhung der Plattenkapazität mit Einbußen bei der Rechnerperformance bezahlt werden muß.

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