Zeitung Heute : Das aktuelle Computerlexikon: S

MAURICE SHAHD

Wer sich einen neuen Computer oder ein Zusatzgerät für seinen PC gekauft hat, dem sind sie vielleicht schon aufgefallen: Sogenannte SCSI-Geräte, zum Beispiel Festplatten oder CD-ROM-Laufwerke mit dem Zusatz SCSI.Aufgefallen vor allem deshalb, weil diese erheblich teurer sind als die Standardgeräte.Was verbirgt sich hinter dem Kürzel? SCSI (gesprochen Skasi) ist die Abkürzung für Small Computer System Interface, was übersetzt Schnittstelle für kleine Computersysteme heißt.Klein deshalb, weil es sich um eine Schnittstelle für Personal Computer handelt, im Unterschied zu Großrechnern.Eine Schnittstelle (auch Interface oder Port) ermöglicht die Kommunikation zwischen zwei Systemen.Unterschieden wird zwischen der Mensch-Maschine-Schnittstelle und der Maschine-Maschine-Schnittstelle.Erstere ermöglicht die Verständigung zwischen Mensch und Computer.Die Tastatur für die Eingabe, der Bildschirm für die Ausgabe von Informationen und eine Software mit ihren Menüs, Fenstern oder Symbolen ermöglichen die Interaktion mit dem Computer - der Maschine.Da sich auch die Hard- und Software-Komponenten des Computers durch den Austausch von Daten und Steuerinformationen miteinander verständigen müssen, gibt es die Maschine-Maschine-Schnittstelle.Zu den bekannten Schnittstellen zwischen einem Computer und externen Geräten gehören beispielsweise die parallele Schnittstelle, an der für gewöhnlich der Drucker angeschlossen sind und die serielle Schnittstelle, über die der Datenaustausch zwischen dem Computer und der Maus oder dem Modem erfolgt.



Zurück zu SCSI: Sie ist eine durch das ANSI genormte Schnittstelle, über die sich intelligente Geräte an den Computer anschließen lassen.Das ANSI (American National Standards Institute) ist eines der nationalen Normungsgremien der USA, das zahlreiche international gebräuchliche Standards im Computer-Bereich erarbeitete.Angeschlossen werden kann über die SCSI-Schnittstelle neben CD-ROM-Laufwerk und Festplatte auch ein Scanner, ein Drucker oder sogar eine digitale Kamera.Diese Peripheriegeräte verfügen über eine eigene integrierte Steuereinheit, daher die Bezeichnung intelligent.Der Vorteil dabei ist, daß der Prozessor entlastet wird und Daten zwischen Computer und Zusatzgerät schneller übertragen werden, da die SCSI-Geräte ihr eigenes Bussystem verwenden.Mit einem Bus ist in der Computersprache ein Leitungssystem gemeint, das zum Transport von Daten von einem Ort zum anderen dient.Im PC werden ständig Daten zwischen dem Prozessor, dem Arbeitspeicher und den angeschlossenen Geräten hin und her geschoben.Wie schnell der Datenaustausch erfolgt, hängt von der Busbreite ab, das heißt, wieviele Bits parallel übertragen werden können.Standard sind heute 32 und 64 Bit beim sogenannten PCI-Bus (Peripheral Component Interconnect Bus).SCSI-Geräte arbeiten vom Bus des Computers unabhängig und ermöglichen durch ihre spezielle Technik sehr hohe Übertragungsgeschwindigkeiten.Es kann also in der Praxis schneller auf eine SCSI-Festplatte oder eine CD-ROM zugegriffen werden.Bereits 1986 wurde der erste SCSI-Standard von der ANSI verabschiedet.SCSI-1 erlaubte eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 5 Megabyte pro Sekunde (MByte/s).Heute ist der SCSI-3-Standard gängig, der auch als Ultra-SCSI bezeichnet wird.Ultra-SCSI erlaubt eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 20 MByte/s, als Ultra-Wide-SCSI sogar bis zu 40 MByte/s.Die SCSI-Technik ist aber lange noch nicht ausgereizt, an Geräten mit noch höheren Datenübertragungsraten wird gearbeitet.Aufgrund der aufwendigeren Technik und der höheren Geschwindkeit sind diese Geräte etwas teurer als herkömmliche Geräte.

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