Zeitung Heute : Das Aktuelle Computerlexikon: X,Y und Z

MARKUS VON RIMSCHA

Die Möglichkeiten, die die Datenfernübertragung bietet, scheinen unerschöpflich zu sein.Längst sind die Zeiten vorbei, in denen Datenträger auf dem Postweg versandt werden mußten, fast jeder Computerbesitzer hat mittlerweile ein Modem und kann so Informationen durch die Telefonleitung übertragen.

Einen wesentlichen Teil der Arbeit übernimmt dabei das sogenannte Protokoll.Das ist ein Regelwerk, in dem die Vorgehensweise beim Datentransfer zwischen zwei Systemen genau definiert ist.Es werden beispielsweise die Informationen in relativ kleine Einheiten aufgeteilt, die dann stückchenweise versandt werden.

Jedes dieser Pakete enthält neben den eigentlichen Daten eine Reihe weiterer Informationen über das Format und insbesondere die Prüfsumme.Mit deren Hilfe kann die Korrektheit der übertragenen Daten getestet werden.Sollte die vom Sender mitgeschickte Prüfsumme von derjenigen abweichen, die der Empfänger anhand der eingegangenen Daten neu berechnet, so muß ein Übertragungsfehler vorgelegen haben.Dieser kann möglicherweise automatisch korrigiert werden, andernfalls ist eine Wiederholung des Transfers anzufordern.Nach Kermit, dem Klassiker unter den Protokollen, das sowohl zur Datenübertragung als auch zur Rechnersteuerung geeignet ist, wurde Ende der 70er Jahre das XModem-Protokoll entwickelt und hauptsächlich im Bereich der Mailboxen eingesetzt.

XModem unterteilt die zu verschickenden Daten in sehr kleine Einheiten zu je 128 Zeichen und fügt als wesentliche Zusatzinformation eine Fehlersicherung hinzu.Diese wird nach einem sehr einfachen Verfahren berechnet und ist daher nicht in der Lage, entstandene Fehler automatisch zu korrigieren.Daneben besteht das Risiko, daß Probleme im Transfer gar nicht erkannt werden.

Eine Weiterentwicklung dieses Standards stellt das YModem-Protokoll dar.Hier wird die Länge der zu verschickenden Dateneinheiten zu Beginn der Übertragung variabel festgelegt, je nach Qualität der aktuellen Verbindung.Ein Datenpaket kann mit maximal 1024 Zeichen acht mal größer werden, als das bei XModem der Fall war.Dadurch wird meist eine wesentlich effizientere Datenübertragung erreicht.Eine weitere Ergänzung gegenüber dem Vorgänger bestand darin, daß die Möglichkeit vorgesehen wurde, mehrere Dateien gleichzeitig zu übermitteln.

Aber auch YModem hatte noch einige wesentliche Nachteile.Wer hat sich nicht schon einmal darüber geärgert, das mitten in einer Übertragung die Leitung zusammenbricht und die Daten verloren sind? Das passiert natürlich meistens bei sehr großen Dateien, die dementsprechend lange Transferzeiten benötigen.

ZModem ist prinzipiell ein neues Protokoll, das aber meist als Nachfolger von YModem betrachtet wird, und wurde in diesem wichtigen Aspekt verbessert.Neben reinem Datentransfer sind auch Kommandos zur Kommunikationssteuerung vorgesehen.Mit Hilfe dieser Technologie kann eine Übertragung, die beispielsweise auf Grund eines Leitungsausfalls unterbrochen wurde und so nur unvollständige Daten geliefert hat, zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden.Die Informationen, die beim ersten Versuch noch korrekt empfangen wurden, müssen so kein zweites Mal gesendet werden.Außerdem kann durch diese verbesserten Kommunikationsmöglichkeiten der Empfänger nach Eingang des ersten Datenpakets in einen speziellen Empfangsmodus geschaltet werden.Daneben wurde die Fehlererkennung verbessert.Es kann relativ sicher davon ausgegangen werden, daß Fehler erkannt werden und so eine nochmalige Übertragung angefordert wird.

Sowohl im Interesse der Sicherheit als auch mit Blick auf die Übertragungsgeschwindigkeit wird ferner die Größe der Pakete, in denen die Informationen versandt werden, nicht mehr zu Beginn der Übermittlung festgelegt, sondern laufend angepaßt.Die Paketgröße schwankt daher und kann je nach Version bis zu ca.8000 Zeichen betragen.

Durch die deutlich verbesserte Fehlererkennung und Übertragungssicherheit wurde es möglich, bei einer relativ guten Verbindung auf positive Bestätigungen des Empfängers zu verzichten, lediglich Fehlermeldungen müssen dann noch ausgetauscht werden.Im Bereich der Mailboxen ist ZModem heute das am weitesten verbreitete Protokoll, X- und YModem kommen kaum noch vor.

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben