Zeitung Heute : „Das Geld für die WM-Feier ist verplant“

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Jeder, der sich im Haushaltsrecht ein bisschen auskennt, weiß doch, dass der Bund nicht auf Zuruf und ohne jegliche Vorlage eines Konzeptes irgendwelche Summen zusagen oder beantragen kann.

Aber Sie hätten doch das Geld, oder? Die Regierung hatte 20 Millionen Euro für die Feier zugesagt, bis die Fifa die Finanzierung selbst übernahm.

Aber Ihre Frage beinhaltet schon die Antwort! Ja, die Bundesregierung wollte die Feier finanzieren und hatte auch haushalterische Vorkehrungen getroffen. Vor eineinhalb Jahren hat dann die Fifa das Projekt übernommen. Die von uns vorgesehene Summe zur Finanzierung ist dann anderweitig verplant worden, so dass schlicht das damals vorgesehene Geld nicht mehr zur Verfügung steht.

Im neuesten WM-Fortschrittsbericht der Bundes steht, dass alle Projekte im Zeitplan seien. Doch nicht nur die Eröffnungsfeier macht Probleme, auch die Sicherheit in den Stadien.

Leider bestimmt dieses Thema die momentane Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Die Debatte muss dringend versachlicht werden. Neulich hat ja erst ein italienischer Fußballprofi sinngemäß gesagt, die italienischen Stadien würden im Vergleich zu den neuen deutschen WM- Stadien wie aus dem Mittelalter wirken.

Sie halten nichts von den Sicherheitstests?

Niemand verschließt sich konstruktiver Kritik. Alle Beteiligten werden bis zur WM auch weiterhin das Menschenmögliche unternehmen. Ich denke jedoch manchmal an die alte Weisheit: Meckern können alle, gut kritisieren nur wenige.

Jürgen Rollmann, 39, ist Koordinator der Bundesregierung für die WM 2006. Die Fragen stellte André Görke.

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