Zeitung Heute : Das Internet als Grabbeltisch

NINJA KAISER

Warum viel Geld ausgeben, wenn man auch billig einkaufen kann.Schon längst ist Aldi gesellschaftsfähig geworden - selbst Yuppies erzählen, wie kultig es sei, dort die blau-weiß-gemusterten Tüten zu füllen.Doch die Zeiten, da Schnäppchenjäger sich auf ihrer Jagd zwangsläufig die Sohlen ablaufen mußten, sind längst vorbei.Wozu gibt es schließlich das Internet? Inzwischen hält die virtuelle Einkaufswelt für sogenannte "Smart Shopper" diverse Angebote parat.Die Wegweiser für den Bummel durchs Netz gibt es noch in guter alter Buchform.International Thomson Publishing hat in diesem Jahr den Schnäppchenführer "Umsonst & Preiswert im Internet" des Autorenteams Thomas Frohn, Peter Rosellen und Doris Palmer herausgebracht.Im Eichborn-Verlag ist "Der Internet-Schnäppchenführer" von Susanne Reininger erschienen.

Von "Abgang" bis "Zeitungen" reicht Susanne Reiningers alphabetisch geordnete Liste von kommentierten Internet-Adressen für die systematische Suche nach Billigem.Auf 250 Seiten hat sie nicht nur nützliche Adressen rund ums Sparen gesammelt, sondern auch Kuriositäten, die eher befremden.Wer will sich schon seinen eigenen Sarg in Heimarbeit zimmern, nachdem er ihn im Netz bestellt hat? Wen der makabre Auftakt unter dem Stichwort "Abgang" nicht abgeschreckt hat, der kann in den folgenden Rubriken von Computerzubehör über Tips zur Partnerschaft, von Literatur bis zu Reisen und von Computerspielen bis zu Probeabos von Zeitungen vieles finden, was den Geldbeutel schont.Allerdings ist dieses Büchlein mit der heißen Nadel gestrickt.Beim Layout ist da an manchen Stellen ein Screenshot oder eine Überschrift auf die falsche Seite gerutscht.Auf Hintergrundinformationen muß der Leser ganz verzichten.Dafür erhält er für wenig Geld einen Fundus von Adressen zum Entdecken neuer Angebote.

Professioneller gestaltet und mit vielen Zusatzinformationen ausgestattet ist dagegen der Schnäppchenführer "Umsonst & Preiswert im Internet".Allerdings muß für dieses Kompendium auch mehr Geld auf den Ladentisch gelegt werden.In zehn Kapiteln werden die interessantesten Homepages vorgestellt.Dabei werden nicht nur die Adressen aufgelistet, sondern auch eine Rangliste der besten zehn Sites zu einem Thema wie zum Beispiel "Software rund um den PC" aufgestellt.Neben diesen Schnäppchen, die man durch kostenlose oder günstige Downloads machen kann, werden dem User insbesondere Möglichkeiten aufgezeigt, wie er wertvolle Informationen zum Nulltarif im Netz finden kann.Natürlich kommt auch das Online-Shopping nicht zu kurz.

Ergänzt werden die Listen durch praktische Tips für die Handhabung und Informationen zu Techniken und Entwicklungen.Außerdem geben die Autoren Hilfestellung bei der Wahl des Providers oder Online-Dienstes und bei der eigenen Suche nach weiteren Schnäppchen-Adressen.Ein Glossar mit wichtigen Begriffen aus der Computerwelt rundet den Service ab.Unter www.eichborn.de und www.itp.de/netbooks sind die Wegweiser für die Suche nach Schnäppchen auch in virtueller Form zu finden.International Thomson Publishing veröffentlicht dort sogar die komplette und aktualisierte Liste von Schnäppchen-Adressen.

Susanne Reininger: Der Internet-Schnäppchenführer.Schöne Dinge billiger oder umsonst.Eichborn Verlag 1998, 96 Seiten, 9,80 DM, ISBN 3-8218-2514-6

Thomas Frohn, Peter Rosellen, Doris Palmer: Umsonst & Preiswert im Internet.Der Schnäppchenführer für Websurfer.International Thomson Publishing 1998, 254 Seiten, 29,80 DM, ISBN 3-8266-0336-2

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