Zeitung Heute : Das Killerspiel

Während Lutz Dammbeck sein filmisches Verwirrspiel um einen echten Kriminalfall anlegt, gründet dieser Film der beiden jungen Berliner Filmemacher Bettina Ellerkamp und Jörg Heitmann auf einer zwar zehnfach mörderischen, aber völlig fiktiven Spielanordnung.Hier ist das Spiel echt und das Verbrechen Spiel.Haben auch Sie früher einmal als Nachwuchs-Detektiv wildfremde Menschen durchs Großstadtdickicht verfolgt? Ähnlich funktioniert das "Killer"-Spiel, nur daß hier die Opfer von außen bestimmt werden.Und daß am Ende "Mord" steht.Teilnehmer: Zehn junge Menschen aus dem künstlerischem Umfeld.Leider, das erschwert uns, den Reiz der Kür recht zu genießen, erfahren wir die Regeln nie genau.Aber irgendwie liegen Killer und Opfer und Killer bald gegenseitig mit Kamera und Diktiergerät auf Lauer.Zu kontaktscheu, um auf direktere Weise miteinander in Kontakt geraten? Auch das tagebuchgestützte Seelenleben der Helden hilft wenig und läßt eher kalt.Die Ästhetik aber, die dieser Film von der Hauptstadt entwirft, ist zwar ähnlich modisch wie sein Titel, doch durchaus anziehend.Eine "Skizze vom Berlin in der Zwischenzeit" ist "killer.berlin.doc." mit seinen eingestreuten Statements über Architektur und "Berlin an sich" kaum.Eher wohl ein ziemlich ausufernd geratener Insiderjoke, der aber auch außenstehenden Alt-Hauptstädtern Spaß machen dürfte: Vogelspinnen im Prinzenbad!

18.2.14 Uhr (Zoo-Palast), 20.2.22 Uhr (Delphi),21.2.12.30 Uhr (Arsenal)

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