Zeitung Heute : Das lässt sich sehen

Kulturell haben sich die beiden Staaten gegenseitig beeinflusst

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Das kulturelle Verhältnis zwischen den USA und Deutschland nur anhand von CocaCola und BMW zu charakterisieren wird ihm nicht gerecht. Und doch sind diese Produkte, auch Filme, kein zufälliges Bindeglied zwischen den Staaten. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Amerikaner systematisch begonnen, ihre Kultur- und Luxusgüter dem europäischen Raum anzutragen, auch gegen Widerstand. So gab es in den Verträgen mit Frankreich Klauseln, die die Häufigkeit der Aufführungen amerikanischer Filme regelten und die französischen damit fast verdrängten. Die Amerikanisierung der deutschen Gesellschaft, der Sprache, Nahrung, Kleidung, der Trends begann unter diesem Druck. Aber auch die neue Eigendynamik der USA trug dazu bei. Amerika hatte sich in künstlerischer Hinsicht zuvor an Europa, auch an deutschen Malern wie Beckmann, Kirchner und Ernst orientiert. Im Krieg flohen diese Künstler ins Exil und fingen an, mit amerikanischen Kollegen zusammenzuarbeiten. Erst daraus entstand ein eigener, nicht abgeleiteter amerikanischer Kunststil, der dann Europa beeinflußte. Nach Amerika klingt vor allem die deutsche Sprache, nicht nur im Werk Goethes. Deutsch steht an dritter Stelle des Fremdsprachenangebots in privaten Schulen, und tausende von Austauschschülern halten jährlich das kulturelle transatlantische Verhältnis lebendig. nan

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