Zeitung Heute : Das neue Werbekonzept der Berliner Agentur Scholz & Friends überzeugt

Katja Winckler

Menschen in Schubladen zu stecken, ist eine schlechte Angewohnheit. Menschen in Kisten krabbeln zu lassen hingegen neues Werbekonzept der Berliner Agentur Scholz & Friends (S & F). Unter dem Slogan "Der große Auftritt" will die Agentur auf das Seitenformat ihres Kunden "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) hinweisen - und die Möglichkeit, darauf auffällig zu werben. Dafür lichtete die Agentur renommierte Kommunikationsexperten wie Springer & Jacoby-Kreativchef André Kemper und Dirk Huefnagels, Leiter der Marketingkommunikation von der HypoVereinsbank, in einer Kiste ab. Diese Bilder sind jetzt in einer Broschüre im FAZ-Format erschienen. Zudem sind die Motive als Eigenanzeigen in der Zeitung zu sehen. "Wir wollten auf das attraktive Format hinweisen. Die Doppelseite hat ja die Größe eines richtigen Plakates", sagt Sebastian Turner, S & F-Geschäftsführer. Neben Anzeigenkunden erhalten auch Werbeagenturen die Broschüre, um ihre Auftraggeber zu bewegen, in der Zeitung ähnlich groß zu werben.

Die Idee ist - wie so oft bei Scholz & Friends - überaus gelungen. Dennoch erinnert sie stark an eine Kampagnen-Idee aus selbigem Hause. Vor einiger Zeit hatten die Werber für den Immobilienteil der "Berliner Zeitung" ähnliches kreiert. Da waren nämlich schon mal eingepferchte Menschen zu sehen. Allerdings in bunt tapezierten Kästchen-Wohnungen. Als Anregung, sich ein neues Zuhause zu suchen. Das sei damals etwas grundlegend anderes gewesen, sagt Sebastian Turner: "Schließlich ging es dort um zu kleine Wohnungen, hier aber um die Größe des Formats." Nun ja, das überzeugt nicht so hundertprozentig. Aber wir wollen ja niemanden in eine Schublade stecken ...

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