DAS SPIELE ICH : Das Entzücken des ersten Mals

Musiker verraten, warum ihnen ein Werk am Herzen liegt. Diesmal: Barbara Maurer, Bratschistin

FOTO: www.martingeier.com
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Die Themen, die sich in vielen zeitgenössischen Kompositionen spiegeln, reichen vom Einfachsten zum Kompliziertesten, von elementarer Materialerfahrung bis zum gespaltenen Ich des verzweifelnden Menschen. Häufig geht es um Erfahrungen der Vereinzelung. Anders in unserer Sammlung von Liebesliedern ohne Worte. Diese Geschenke von Komponisten zum 25-jährigen Bestehen des Ensembles Recherche im Jahr 2010 haben ihren Ursprung im Thema „Liebe“, alle sind kurz (maximal zehn Minuten). So entsteht Leichtigkeit, Heiterkeit, vielleicht sogar Freiheit. Ich bin überrascht, wie grundverschieden die Liebeslieder sind, wo doch der Ausgangspunkt und die Instrumentalbesetzung feststehen. In jedem Stück auf andere Weise spüre ich Beziehungen, Verbindungen, Linien, Leidenschaften. Und die Leichtigkeit tut uns Musikern gut. Rebecca Saunders hat in ihrem leisen Stück „murmurs“ das Zusammentreffen der Instrumente nicht mehr vertikal notiert, sondern als Zeitstruktur geplant, die jeden Musiker durch das Stück trägt. So begegnen sich die Klänge aus verschiedenen Richtungen, ohne dass das Ergebnis direkt kontrolliert wird, und jedes Verschmelzen hat den entzückenden, poetischen Charakter vom „ersten Mal“.

Festival Ultraschall: Das Ensemble Recherche spielt am 25.1. im Radialsystem

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