DAS SPIELE ICH : Die Musik des Unbewussten

Musiker verraten, warum ihnen ein Werk am Herzen liegt. Diesmal: Cornelia Heger, Regisseurin

FOTO:  JOSEF RAMSAUER
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Als Musiktheaterregisseurin beschäftige ich mich seit vielen Jahren fast ausschließlich mit Werken der Neuen Musik, vielleicht weil sie den Zeitgeist unserer eigenen Epoche transportiert. Mich interessieren meine eigenen Mitmenschen und die Gedanken und Probleme, die sie beschäftigen. Meine Arbeit ist dabei stark am Körperlichen, Choreographischen orientiert; Musiktheater ist für mich fundamental mit Bewegung verbunden. Die junge russische, in New York lebende Komponistin Lera Auerbach hat für ihre erste Oper „The Blind“ das gleichnamige Bühnenstück des großen symbolistischen Dichters Maurice Maeterlinck als Vorlage gewählt - und ihre Ausdrucksmittel auf die menschliche Stimme beschränkt. In der A-cappella-Oper geht es um Grundfragen menschlicher Existenz: Ist die Welt, ist der Mensch gut oder schlecht? Ist der Tod „böse“, ist er bedrohlich, was erwartet uns am Ende des Weges? Auerbach komponiert zunächst tonale Passagen, die Musik ist ungewöhnlich zugänglich, bis sich Dissonanzen einschleichen, ein Gefühl der Fremdheit, des Schwebens sich einstellt. Es ist eine sehr emotionale, atmosphärische Musik, die - wie die ganze Oper - auf das Unbewusste abzielt.

Konzerthaus: Lera Auerbach „The Blind“,

Uraufführung 13.10., 20 Uhr

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