DAS SPIELE ICH : Die natürliche Ordnung der Dinge

Musiker verraten, warum ihnen ein Werk am Herzen liegt. Diesmal: Lizz Wright, Sängerin

FOTO:  PROMO
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Durch die Gospel-Musik habe ich gelernt, dass Musik etwas ganz Besonderes ist. Gospel ist ja mehr als nur Musik. Gospel bedeutet Wahrheit. Ich glaube, dass einen das fürs Leben prägt - selbst, wenn man eines Tages nicht mehr religiöse Musik, sondern Pop macht, wird man Musik als etwas Großes und Wertvolles betrachten. Die andere Sache hat mit Rhythmus zu tun: Dort, wo ich herkomme, machen wir rhythmisch Sachen, die es nirgendwo sonst zu hören gibt. Aber auch mit klassischem Operngesang habe ich mich eine ganze Weile intensiv beschäftigt. Und ich profitiere bis heute davon, was meine Gesangstechnik angeht. Ich glaube auch, dass man beim Musikmachen eine natürliche Ordnung der Dinge respektieren muss. Leider war vor ein paar Jahren diese Ordnung in meinem Fall gestört. So habe ich Abstand genommen und mich mit Gärtnern beschäftigt. Und es hat geholfen: Weil ein Garten einen einen dazu bringt, sich in eine natürliche Ordnung einzufühlen. Und weil er einem eine konstante, tägliche Beschäftigung abfordert. Das hat mir geholfen, mich von der Ungeduld und dem Druck des Musikgeschäfts zu lösen. Ich kann nun besser auf mich und meine Musik aufpassen.

JazzFest Berlin: 5.11., 19 Uhr, Haus der Berliner Festspiele: Lizz Wrigth u.a.

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