Zeitung Heute : Datenfernübertragung

ROBERT VON RIMSCHA

VON VON ROBERT VON RIMSCHAUnter Datenfernübertragung (DfÜ) wird der Informationsaustausch zwischen verschiedenen Computern verstanden, ohne daß dabei Datenträger hin- und hergeschickt werden müßten.Vielmehr werden Leitungen, meist die des Telefonnetzes, genutzt.Die wesentliche Leistungskennzahl und gleichzeitig das engste Nadelöhr ist dabei die erreichbare Übertragungsrate.Diese wird üblicherweise in Bit pro Sekunde (bps) gemessen.Wird ein herkömmlicher analoger Telefonanschluß verwendet, so sind 33 600 bps üblich, das entspricht ca.vier Kilobyte pro Sekunde.Der Transfer von einem Megabyte Information dauert so rein theoretisch etwa vier Minuten.Die schnelle 56 000 bps-Variante ist zwar möglich, wird aber noch nicht überall unterstützt.Schneller stellt sich ISDN dar, das von Anfang an digital ausgelegt ist.Hier wird mit 64 000 bps gearbeitet, ein Megabyte wird in gut zwei Minuten übertragen.Die Geräte zum analogen bzw.digitalen Betrieb mit einem PC sind jeweils als interne Steckkarte oder als externes Modem zu haben.Während interne ISDN-Karten und externe analoge Modems unter 300 Mark zu haben sind, schlagen externe ISDN-Lösungen meist mit über 600 Mark zu Buche.Die zur DfÜ benötigte Software hängt von der gewünschten Anwendung ab.Klassisches Feld für Privatnutzer sind Mailboxen, elektronische Briefkästen, bei denen ein Anbieter seinen Rechner zur Verfügung stellt, um den Informationsaustausch zwischen Teilnehmern bzw.zwischen Anbieter und Teilnehmer zu ermöglichen.Um Zugang zu einer Mailbox zu haben, ist ein Terminalprogramm nötig.Im Internet-Zeitalter hat diese Variante jedoch stark an Bedeutung verloren, der Anschluß an die alles beherrschende Datenautobahn ist wesentlich bedeutender.Hier ist ein Internet-Browser nötig, die gängigsten Lösungen sind der Netscape Navigator und der Microsoft Internet Explorer.Die Bezeichnung TCP/IP (transmission control protocol / internet protocol), die in Zusammenhang mit DfÜ recht häufig auftaucht, ist eine Bezeichnung für ein im Internet-Bereich gängiges Übertragungsprotokoll.Dieses sorgt im Wesentlichen dafür, daß die Daten, die beim Versand in einzelne Portionen zerlegt werden, korrekt synchronisiert und beim Empfänger in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt werden.Bezüglich der Transferrate ist zu beachten, daß sich die errechnete maximale Kapazität der Hardware in der Praxis kaum realisieren läßt.Insbesondere zu sehr attraktiven Zeiten, wie etwa kurz nach Beginn des Mondscheintarifs der Telekom um 21 Uhr, brechen die Übertragungsraten regelmäßig deutlich ein, da die Netze sehr stark in Anspruch genommen werden.Dieser Effekt dürfte sich mit den neuen Telekom-Tarifen allerdings etwas entzerren.Bei CityPlus können fünf feste Nummern im Ortsbereich um bis zu 50 Prozent günstiger genutzt werden, allerdings bei einem Mindestkontingent von 400 Einheiten monatlich.Bei CityWeekend kann für 5,04 Mark im Monat das ganze Wochenende im Ortsbereich zum Mondscheintarif telefoniert werden.Auch ein kurzer Blick auf die vieldiskutierte Datensicherheit im DfÜ-Bereich ist angebracht.Grundsätzlich kann diese niemals hundertprozentig gewährleistet werden.Sobald der Rechner via Datenfernübertragung mit der Außenwelt in Kontakt tritt, besteht theoretisch Gefahr.Eines der wirksamsten und einfachsten, wenn auch etwas unbequemen Mittel ist, verwendete Zugangspaßwörter für die verschiedenen Dienste nicht auf der Festplatte abzuspeichern.Dadurch muß allerdings bei jedem Zugang das Codewort neu eingegeben werden, der Komfort einer automatischen Identifikation entfällt.Die technische Entwicklung im Bereich der Datenfernübertragung ist rasant.Mittlerweile werden bereits Geräte angeboten, die eine recht elegante drahtlose Übertragung via Mobilfunk ermöglichen, allerdings noch zu Lasten der Übertragungsrate.MARKUS

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