Zeitung Heute : Debis und T-Mobil bieten Telematik an

Joint-venture geplant: Autofahrer sollen individuell informiert und geleitet werden -HANNOVER (AFP/dpa).Die Telekom-Tochter T-Mobil und die Daimler-Benz-Tochter Debis wollen ein Gemeinschaftsunternehmen für Verkehrsdienste gründen, die Autofahrer individuell über Mobilfunk nutzen können.Wie beide Unternehmen am Freitag bei der Cebit in Hannover mitteilten, soll die neue Gesellschaft Sicherheitsdienste wie Notruf und Pannenhilfe, aktuelle Verkehrsinformationen, die Führung des Fahrers zu einem bestimmtem Ziel sowie Reise- und Routenplanung einschließlich Hotelbuchung entwickeln und anbieten.Zur Jahrtausendwende soll das Joint-venture, an dem beide Unternehmen zu gleichen Teilen beteiligt sein werden, einen Jahresumsatz von 200 Mill.DM erzielen.Das Marktpotential für die sogenannten Verkehrstelematik-Dienste, die bereits im Sommer starten sollen, schätzen die beiden Unternehmen auf rund drei Millionen Teilnehmer in Deutschland. Telematik ist die Verknüpfung von Telekommunikation und Informatik.Kombiniert mit Satellitenortungssystemen und digitalem Mobilfunknetz ermöglicht diese neue Technologie den Unternehmen zufolge die Entwicklung von preisgünstigen Diensten wie beispielsweise zur besseren Orientierung und zur Vermeidung von Staus.Als erstes soll der Mobilfunk-Notrufdienst "Tele Aid" angeboten werden, der von Mercedes Benz und Debis entwickelt wurde und zunächst exklusiv von Mercedes Benz vermarktet wird: Bei einem Unfall wird der Notruf automatisch oder per Knopfdruck ausgelöst und gleichzeitig die Position des Fahrzeuges, ermittelt durch das eingebaute Satellitenortungssystem, an die Notrufzentrale gesendet.Dadurch könne die Dauer bis zum Eintreffen der Rettungsärzte um bis zu 50 Prozent verkürzt werden. Ende des Jahres soll außerdem gleichfalls gemeinsam mit Mercedes Benz ein neuartiger Verkehrsinformationsdienst angeboten werden: Der im Auto eingebaute Computer soll den Fahrer per Bildschirm und Sprachanweisungen präzise zum Ziel führen und auch individuell um Staus herumleiten.Basis ist das von Mercedes Benz bereits eingesetzte Autopilotsystem.Dabei wird der Fahrer per Satellitenortung und einer auf CD-Rom gespeicherten detaillierten Straßenkarte Deutschlands zu seinem Ziel geführt. Der Debis-Vorstandsvorsitzende Klaus Mangold wertete die Marktpotentiale der Verkehrstelematik als "riesig".Deutschland werde seine Position als größter Markt für informationstechnische Produkte und Dienstleistungen in Europa in den nächsten Jahren weiter ausbauen können.Der Vorsitzende der Geschäftsführung von T-Mobil, Lothar Hunsel, erklärte: "Wir können Multimedia und das Internet ins Auto bringen." Den Ausbau des Telematik-Netz kann T-Mobil aus den Gewinnen des Handy-Geschäfts finanzieren.Geschäftsführer Hunsel äußerte auf der Cebit die Erwartung, daß es bis Ende des Jahres bereits acht Millionen Handy-Nutzer in Deutschland geben wird.Die Zuwächse seien höher als erwartet."Zur Jahrtausendwende dürfte etwa jeder dritte Haushalt in Deutschland über ein Handy oder ein Autotelefon verfügen", prognostizierte der T-Mobil-Chef.Zufrieden zeigte sich Hunsel über das im November vorgestellte Tarifmodell "Eco".Es gebe etwa 250 000 neue Eco-Kunden in den Tarifen Telly-D1 und ProTel-D1, die von geringeren monatlichen Grundgebühren und Minutenpreis profitierten.

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