Zeitung Heute : Dem Kochen auf den Grund gehen

Neue Kochbücher für neugierige Anfänger

-

Die Urgroßmutter kochte mit den Rezepten von Henriette Davidis, die Großmutter hielt es mit den Ratschlägen des Dr.Oetker, und die Mutter ließ nichts auf das große GasagKochbuch kommen. Und die Tochter? Geht zu McDonald´s. Doch das muss nicht so sein, denn es gibt ja witzige neue Grundkochbücher, die sich bei ihren potenziellen Kunden leider mit albern anglisierten Titeln anbiedern. Ist es wirklich nötig, ein solches Buch „Just cook it - step by step“ zu nennen? Was mag der Vorteil sein gegenüber „Koch´s doch einfach - Schritt für Schritt“ ? Na, drinnen reden sie dann verständliches Deutsch. Der dünne Paperback-Einband signalisiert bereits, dass das Werk nicht für die Ewigkeit ist, aber die nächsten zehn Jahre wird es seinen Dienst klaglos tun. Kochbücher sind ja heute längst keine drögen Rezeptsammlungen mehr, sondern bieten reichlich Warenkunde, Tricks und Tipps. dieses Buch besticht weniger durch die Überfülle an Rezepten, dafür sind die Phasenfotos wirklich instruktiv und dürften auch Anfänger kaum vor Rätsel stellen. Der Stil ist modern, pendelt zwischen Frankreich, Italien und Asien, die Fotos sind appetitanregend und machen Lust, in die Küche zu eilen. (Just cook it, Zabert Sandmann, 160 S., 14,95 €).

Auch das gewichtigere, teurere und fest eingebundene „Big Basic Cooking“ verlässt sich auf die Wirkung des flotten englischen Titels. Drinnen geht es ohne; das intelligente Konzept beruht auf etwa 50 Grundzutaten, die in vielerlei Varianten abgehandelt werden. Phasenfotos gibt es nicht, der dadurch gewonnene Platz wird genutzt für eine Vielzahl von Rezepten quer durch die Küchen der Welt. Sprachlich recht flott, fachlich einwandfrei - auch hier fällt die Empfehlung leicht. (Big Basic Cooking von Sebastian Dickhaut und Cornelia Schinharl, G&U, 335 S., 25 €).

Das dritte Buch geht ein wenig über das Konzept des Grundkochbuchs hinaus und konzentriert sich auf das Thema Antipasti, Snacks und Tapas eingeschlossen. Es zeigt uns mit ausgefeilten Rezepten, wie die leckeren Kleinigkeiten auf den (raren) wirklich guten Buffets entstehen, die gefüllten Mini-Paprika, die Hähnchenbälle mit Soja-Zitronengras-Dip, die Chili-Krabben, Sherry-Sardellen und Stockfisch-Croquetas. Das treibt selbst abgebrühte Rezensenten in die Küche, weil auch der Aufwand an Arbeit und Zutaten in vernünftigen Grenzen gehalten wird. Die Fotos sind brillant gelungen, da und dort gibt es auch Phasenfotos als Hilfe, und somit ist dies Pflichtlektüre für alle, die ihre Gäste selbst bewirten, aber nicht in ein gesetztes Essen zwingen möchten. (Das Teubner-Buch der Antipasti, Teubner, 320 S., 25 €). bm

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar