Zeitung Heute : Den großen Traum früh erfüllt

Den "letzten großen Traum" seines Sportlerlebens hatte sich Erik Zabel schon erfüllt, bevor es gestern auf die Champs-Elysées ging: einmal das Gelbe Trikot tragen.Zum 14.Juli war es soweit: "Ausgerechnet am Nationalfeiertag der Franzosen, vor den unglaublich vielen Leuten an der Straße, das werde ich mein Leben lang nicht vergessen", schwärmte der 28jährige.Ohne Bedauern zog er es am Abend wieder aus: "Es war ein unglaublich schöner Tag."

Zum ersten Mal seit 1995 blieb er bis zum Finale ohne Etappensieg, dreimal hatte er sich mit Rang zwei zufriedengeben müssen: "Ich wußte vorher, daß es unheimlich schwer werden würde.Natürlich hat mir Giovanni Lombardi gefehlt." Doch der Ur-Berliner akzeptierte ohne Murren die Entscheidung von Walter Godefroot, zur Verstärkung in den Bergen Lombardis italienischen Landsmann Francesco Frattini mitzunehmen.

Zabel holte als Erster zum dritten Mal in Serie das Grüne Trikot und schrieb damit Geschichte: "Ich habe es mir auch ohne Etappensieg hart erkämpft und sicher verdient." Das weiß auch Walter Godefroot, der als früherer Starsprinter (zehn Tour-Siege) Zabels Leistung wie kein anderer einschätzen kann: "Erik ist der kompletteste Sprinter im Feld.Er ist neben Jan Ullrich unser Superstar."

"Früher war ich eine lahme Schnecke", sagt der Mann, der mit sieben Tagessiegen bei der Tour 1995-1997 in Deutschland nur von Rudi Altig (8) noch übertroffen wird.Mit Frau Cordula, Sohn Rick (4) und Hund Hexe lebt er seit einigen Jahren in Unna.Dort wird das Gelbe Trikot seinen Platz finden.

Aber für einen Wunsch bleibt in seinem Herzen weiter Platz: "Das Tour-Finale auf den Champs-Elysées, das möchte ich auch einmal gewinnen." sid

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar