Zeitung Heute : Der abgetauchte Pächter

Der Tagesspiegel

Der Restaurantbesitzer Jürgen Strahl übernahm im vergangenen Sommer als erster privater Pächter das Freibad am Humboldthain. Inzwischen fehlt von ihm jede Spur, das Bad am Humboldthain ist in diesem Jahr ohne Pächter. „Wir haben mehrfach versucht, Herrn Strahl anzuschreiben oder anzurufen. Jedoch ohne Erfolg“, sagt BBB-Vorstand Klaus Lipinsky, der Strahl auch in diesem Sommer das Bad gern verpachtet hätte. Auf die Frage, warum Strahl abgetaucht ist, fehlt ihm die Antwort. „Zwar schuldet er den Bäderbetrieben noch rund 30 000 Euro, aber darüber hätte man reden können. Hätten wir das Bad selbst betrieben, wäre ein Verlust von rund 200 000 Euro entstanden“, schätzt Lipinsky. Auch Strahl kündigte an, das Freibad Humboldthain 2002 wieder mieten zu wollen. Seine Bilanz am Ende des Sommers war positiv: Zwar sei er nicht reich geworden, aber er habe kostendeckend gearbeitet. Dass er keinen Gewinn erwirtschaftete, habe zum einen daran gelegen, dass das Bad erst vier Wochen nach Saisonbeginn geöffnet wurde, aber auch der Ferienpass habe dazu beigetragen. Einmal für 15 Mark erworben, berechtigte er zum freien Eintritt in alle Berliner Bäder. Jeder fünfte der insgesamt 63 000 Besucher habe deswegen keinen Eintritt gezahlt. Damit die Bäderbetriebe in diesem Jahr nicht auf ihren Forderungen sitzenbleiben, müssen alle Pächter eine Bürgschaft oder Kaution hinterlegen. Außerdem werden die Kosten für Wasser und Strom, die weiter auf Rechnung der Bäderbetriebe laufen, monatlich abgerechnet und nicht wie im vergangenen Jahr erst am Ende der Saison. akl

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