Zeitung Heute : DER BÖRSENGANG

Die Zeit drängt. Schon am 28. März will der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn die Eckpunkte der Privatisierung beschließen – also im Wesentlichen die Ausgliederung der Güter- und Personenverkehrssparten in eine Holding. Schienen und Bahnhöfe sollen im Besitz des Staates bleiben. Für das weitere Vorgehen gibt es einen detaillierten Zeitplan – den hat allerdings nicht die Politik, sondern die Bahn entworfen. Soll die B-Aktie Ende Oktober erstmals an der Börse in Frankfurt am Main notiert werden, ist noch eine Menge vorzubereiten. So will der Konzern im Mai die Bank auswählen, die den Verkauf maßgeblich begleitet. Zugleich soll Investoren Einblick in die bislang geheimen Bahn-Daten gewährt werden. Für den Juni ist geplant, die mehreren tausend Beschäftigten in die Transportsparte auszugliedern, die teilprivatisiert werden soll. Ende August will die Bahn ihre neue Aktie dann den Analysten schmackhaft machen, bis dahin muss auch der Börsenprospekt fertig sein. Für Anfang Oktober hofft der Vorstand auf den Segen der Finanzaufsicht, danach will Bahn-Chef Hartmut Mehdorn seinen Konzern wichtigen Investoren präsentieren. Aus dem ehrgeizigen Zeitplan wird aber nur etwas, wenn die SPD-Arbeitsgruppe bald handfeste Vorschläge erarbeitet – und diese auch in der Koalition mehrheitsfähig sind. „Ich hoffe, dass wir in einer Koalitionsrunde Ende April über das Thema reden können“, sagte Parteichef Kurt Beck am Montag. Klappt das nicht, hat die Bahn schon einen Ausweichtermin ersonnen – April oder Mai 2009. Auch in der SPD war bereits vom kommenden Jahr die Rede. Doch es ist wenig wahrscheinlich, dass die SPD riskiert, das sensible Thema so kurz vor der Bundestagswahl im Herbst 2009 zu debattieren. brö

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