Zeitung Heute : Der Cache spart Zeit

MARKUS VON RIMSCHA

Unter "Cache" wird ein schneller Zwischenspeicher verstanden, der beim Zugriff auf relativ langsame Datenträger eingeschaltet wird.So werden häufig benutzte Daten in diesem Speicher gehalten und stehen daher wesentlich schneller zur Verfügung, als wenn sie zur Verarbeitung jedesmal komplett neu in das System geladen werden müßten.

Viele Hardwareteile werden von Haus aus mit entsprechendem Cache ausgeliefert.Die meisten Festplatten verfügen beispielsweise über einen Cache zwischen 128 und 512 KiloByte, sehr schnelle Modelle sind teilweise mit mehreren MegaBytes ausgestattet.Selbst der Arbeitsspeicher des Rechners, der wesentlich schneller als gängige Massenspeicher wie beispielsweise Festplatten oder CD-ROMs arbeitet, wird durch ein Cache-System unterstützt.Dabei wird bei Pentium-II-Systemen ein zweistufiges Verfahren eingesetzt.Der "Level-I-Cache" ist fest in den Prozessor integriert und kann vergleichsweise wenige Daten beziehungsweise Programmbefehle aufnehmen.Der üppigere "Level-II-Cache" dient als weitere Zwischenschicht, bevor der eigentliche Hauptspeicher angesprochen wird.

Bei älteren Motherboards, die für Prozessoren wie den herkömmlichen Pentium konstruiert sind, ist allerdings zu beachten, daß oft nur ein bestimmter maximaler Speicherbereich vom Cache verwaltet werden kann.Solange derartige Grenzen nicht überschritten werden, ist allgemein davon auszugehen, daß mehr Cache-Speicher zu einer Geschwindigkeits-Steigerung führt.

Nicht nur Motherboards, auch moderne Grafikkarten verfügen über zusätzlichen Speicher, in dem neue Bildelemente aufgebaut werden können, ohne den aktuellen Bildschirminhalt zu verändern.Um flüssige Animationen etwa bei schnellen 3D-Spielen zu erzeugen, muß dann auf der Karte quasi nur noch von einem Bild zum nächsten umgeschaltet werden.

Während diese Konzepte sehr hardwarenah arbeiten, wird ein analoges Verfahren auch von verschiedenen Anwendungsprogrammen eingesetzt - das Prinzip bleibt das selbe.Daten einer Informationsquelle, auf die nur verhältnismäßig langsam zugegriffen werden kann, werden auf einen schnelleren Datenträger kopiert.Sie stehen so für einen effizienteren, also vor allem schnelleren Zugriff aus dem Programm zur Verfügung.

So sind gängige Internet-Zugangsprogramme darauf ausgelegt, häufig geladene Informationen beziehungsweise Internet-Seiten auf der Festplatte abzulegen.Der Vorteil dieses Vorgehens zeigt sich hauptsächlich, wenn Adressen angewählt werden, bei denen mit grafischen Elementen nicht gerade sparsam umgegangen wurde.Nicht selten besteht eine Seite aus einem bildschirmfüllenden Hintergrundbild, ergänzt um kleine Grafiken für jeden Schalter, das animierte Firmenlogo nicht zu vergessen.

Wird hier dem Internet-Browser ausreichend Cache zur Verfügung gestellt, so werden solche Grafiken nach einmaligem Laden auf der lokalen Festplatte des Anwenders versteckt.Wird die gleiche Seite später wieder angewählt, so können die Bilder direkt von dort kopiert werden und belasten so nicht die relativ langsame Internet-Leitung und die Telefon-Rechnung.Bei einem Festplattenpreis von teilweise deutlich unter 100 DM pro GigaByte ist hier sicherlich eine sehr großzügige Ausstattung im zweistelligen MegaByte-Bereich ratsam.

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