Zeitung Heute : Der Euro bereitet Probleme

Die von vielen Computerbesitzern genutzten Software-Programme zur Verwaltung der persönlichen oder geschäftlichen Finanzen sind nach einem Bericht des Computermagazins "Chip" nicht alle startklar für die Einführung der Euro-Währung.Einige Programme würden erst zum Jahresende für den im Januar kommenden Euro fitgemacht, berichtete das Münchner Magazin in seiner November-Ausgabe.Die Hälfte der untersuchten zehn Programme könne bereits mit der neuen Währung rechnen, die übrige Software werde zumeist bis November erweitert.Daß die Programme auch problemlos liefen, wenn im Januar die ersten Beträge in Euro gebucht werden, bleibe noch zu hoffen, erklärte "Chip"-Chefredakteur Rainer Grabowski.Viele Anbieter versuchen demnach, bei der Software-Umstellung auf den Euro auch mögliche Probleme mit dem Jahr 2000 zu umschiffen.

Dem Bericht zufolge kann die "Quicken 98"-Software des Herstellers Intuit bereits zwei Währungen verwalten, etwa Mark und Euro.Entsprechende Vorgaben der EU-Kommission seien aber bislang noch nicht eingearbeitet.Beim für Freiberufler und Kleinunternehmen gedachten Intuit-Programm "QuickBooks" sei eine Ergänzung (Update) noch in der Startphase.Der "Buchhalter" der Firma Lexware ist demnach ab dem kommenden Jahres-Update 1998/99 voll Euro-fähig; das Jahr 2000 mit seinen ungewohnten Zahlenkombinationen sei nach Firmenangaben eingebaut.Die 99er Version von Microsoft-"Money" könne zwischen Mark und Euro umrechnen und Konten in beiden Währungen führen; die gewünschte Umrechengenauigkeit können die Nutzer selbst einstellen.Das Programm sei nach den vorliegenden Beta-Versionen auch "2000-fähig".

Das Magazin hatte für seine Untersuchung zehn führende Hersteller von Finanzbuchhaltungs-Programmen befragt.Nach "Chip"-Angaben konzentrierte sich die Umfrage auf Software für Freiberufler und Kleinbetriebe.Auch Kleinunternehmer müßten darauf gefaßt sein, daß im Januar die ersten in Euro ausgestellten Rechnungen ins Haus kommen, betonte das Magazin.

Der Gesetzgeber habe eine "Euro-Fähigkeit" von Computerprogrammen bislang noch nicht verbindlich definiert, heißt es in dem Bericht weiter.Die Europäische Kommission habe aber Mindestanforderungen verabschiedet: Demnach müssen die Programme beim Umrechnen zwischen Mark und Euro fünf Stellen hinter dem Komma berücksichtigen.

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