Zeitung Heute : Der falsche Schuss

Kamerad trifft Kamerad – wie das passieren kann

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Was ist friendly fire? Der Begriff steht für den Tod oder die Verwundung von Soldaten durch das Feuer eigener Truppen. Es handelt sich dabei allerdings nicht um absichtliche Anschläge.

Wie häufig kommt es dazu? Es ist keine Ausnahme. Daran hat auch die Präzision moderner Waffen wenig geändert.

Was sind die Ursachen? Ein Grund dafür ist, dass die enorme Zerstörungskraft der heutigen Waffen auf dem Schlachtfeld wenig Raum für Schutz lässt.

Kam es zu friendly fire im vergangenen Golfkrieg? Ja, sogar in großer Häufigkeit. 1991 ging eine große Zahl der Verluste unter den Alliierten auf das Konto solcher Zwischenfälle. Bis zu 50 Prozent der Toten seien Opfer von friendly fire. Während des vergangenen Golfkriegs kamen 367 amerikanische Soldaten ums Leben, 107 bei solchen Vorfällen. Bei einem der schwersten Vorfälle der vergangenen Jahre schossen im April 1994 die Piloten zweier F15-Kampfflugzeuge über dem Nordirak zwei als feindlich betrachtete US-Hubschrauber ab – es kamen 26 Menschen ums Leben.

Gibt es keinen Schutz? Moderne Technologie schützt Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge wesentlich besser als die Bodentruppen. Kampfjets haben ein Freund- Feind-Erkennungssystem an Bord, das blitzschnell für Klarheit sorgen soll. Außerdem wird der Luftraum von Awacs-Maschinen überwacht, die darüber informieren, ob es sich um einen Angreifer oder einen Heimkehrer handelt. Nach den Erfahrungen des Golfkriegs wurde zunächst versucht, die US-Bodentruppen mit dem Einsatz von Infrarotlicht, Thermalfarben oder genauen Informationen über die Position ihrer Verbände besser zu schützen. Besonders heikel wird das Problem aber bei multinationalen Streitkräften, wie im Falle des jetzigen Irak-Kriegs.dpa/Tsp

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