Zeitung Heute : Der ist los! Bär

101 Jahre lang war das Land bärenfrei. Jäger hatten 1904 den letzten seiner Art erlegt. Nun ist Ursus arctos wieder aufgetaucht, und die Schweiz feiert – und fürchtet ihn.

Jürgen Schreiber

Hundert Jahre, 29 Wochen und vier Tage hat die Schweiz auf die Rückkehr des Bären gewartet. Aber heute ist Heinrich Haller wirklich gottfroh, dass nicht schon wieder jemand des Königs der Wälder „ansichtig geworden ist“. Seit in einem Seitental des Ofenpasses am 28. Juli ein männlicher Jungbär nicht nur beobachtet, sondern auch fotografiert worden ist, fegt ein Mediensturm nach dem anderen durch das Engadin. Allfällige Reporterfragen zur Wiederkehr des „Braunen“ hielten den Direktor des Schweizer Nationalparks wochenlang auf Trab, bescherten ihm „über 100 Presseanfragen“, mehr als in seinen 51 Lenzen zusammen.

Auf Hallers Computer pulsiert der Bildschirmschoner mit einer Gämse auf steilem Grat. An der Wand das Geweih, pardon Gehörn eines Steinbocks, „männlich, zehnjährig“, fügt er hinzu. Aus dem Fenster nach Westen der Piz d’Urezza unter dem immer wieder besänftigenden Bündner Himmel, ganz so, wie sich Nordlichter die Alpen wünschen. Wir sind im Chefbüro in der Gemeinde Zernez, das Zentrum eines Bebens hatte man sich chaotischer vorgestellt, schlug die Bären-Meldung laut der Boulevard-Zeitung „Blick“ doch „ein wie eine Bombe“. Stellvertretend für die Nation jodelte das Blatt: „Jaaaa. Wir sind wieder Bär!“ Nicht ohne kurz danach ins andere Extrem zu verfallen und unheilschwanger zu orakeln: „Wie gefährlich ist der Mutz?“

Unterstellt, dass der Mutz (oder auch: Petz) via Südtirol einwanderte, führte der Bären-Treck von Osten nach Westen, ehe der Einzelgänger dem Studenten Maik Rehnus aus dem sächsischen Hoyerswerda vor die Linse lief: Die exakten Koordinaten ihrer denkwürdigen Begegnung auf Schweizer Territorium hütet sein Vorgesetzter Haller wie das Bankgeheimnis, „ich möchte in keiner Weise dem Rummel um den Bären Vorschub leisten“. Jenseits der Waldgrenze an ausgesetzter Stelle „mit Girlandenrasen“ sei es gewesen, druckst Rehnus herum, zum Schweigen vergattert darf er nicht mehr verraten.

Der 28-jährige Student der Uni Göttingen war zuletzt mit „Lebensraumbewertung“ für das Reh beschäftigt. An jenem Donnerstag beobachtete er Gämsen. „Diesig“ sei ein schönes Wort für die Witterung, die um die frühe Stunde bei der denkwürdigen Begegnung geherrscht habe. Angesichts des Urviechs hatte er nicht mal Zeit, „an Angst zu denken“: 7 Uhr 08, da lief ihm das Pelztier ins Bild, vom Forstmann in spe am charakteristischen Schulterhöcker identifiziert, zum Greifen nah dank 60-facher Vergrößerung im aufgepflanzten Fernrohr. Ein Irrtum war nicht möglich, noch weniger, den gewaltigen Eindruck zu vergessen. Die imposante Erscheinung kam gleichsam aus der Vergangenheit auf ihn zu – Gevatter Bär ist in der Schweiz seit 1904 ausgestorben.

Bei Saturn in München hatte Rehnus kurz zuvor eine Ixus 30 gekauft, eine 180-Euro-Investition und eine fürs Leben, so viel ist gewiss: „Seine Bilder werden die Schweiz verändern!“, jubelte die Presse. Zum Glück war der Scout geistesgegenwärtig genug, das dunkle Etwas mit der Kamera einzufangen. Es reichte für drei Schnappschüsse, die endlich den Beweis erbrachten, „dass Er da ist“, der in freier Wildbahn lange entbehrte Braunbär, der seit eh und je zur heimischen Fauna zählte. Damit ist im Naturreservat von den Beutegreifern Luchs, Wolf und Bär nun je ein Exemplar vorhanden.

Rehnus blieb eine Weile am Standort sitzen, den Blick auf die bewusste Stelle geheftet, doch der Bär kam nicht zurück.

Jetzt signalisieren Infotafeln in Zernez den Beginn einer neuen Zeit. Üblicherweise hängen dort die Mahnungen, im Schutzgebiet strikt auf den Pfaden zu bleiben, sich keinesfalls in die Büsche zu schlagen. Auch die ortsübliche Einladung zur „Edelweiß-Tour“ am Albulapass fehlt nicht. Der sich endlos dehnende Aufstieg zu den fantastischen Macun-Seen wird avisiert.

Neu ist jedoch der Vortrag „Der Bär ist kein Haustier“ in der Mehrzweckhalle von Tschierv, neu ist die Nationalpark-Webseite mit der Rubrik „Bär aktuell“, und brandneu ist der viersprachig verbreitete Hinweis des Amtes für Jagd und Fischerei Graubünden: „Der Bär ist ein Raubtier. Halten Sie Distanz!“ Rein rhetorisch fährt das Papier fort: „Was tun, wenn ich im Bärengebiet unterwegs bin“, „Was tun, wenn sich ein Bär aufrichtet“, wobei der papierene Trost lautet: „Dies ist keine Drohgebärde.“ Das Dokument geht an alle Haushalte der Region, so dass die Engadiner wissen, was im Ernstfall zu tun ist: „Legen Sie sich flach mit dem Bauch auf den Boden, die Hände im Nacken. Der Bär wird Sie beschnuppern und feststellen, dass Sie keine Gefahr für ihn darstellen.“

Dass der Braunbär (Ursus arctos) den Geschichtsbüchern entstiegen ist, erhitzt die Gemüter. Niemand hätte für möglich gehalten, was der „vierbeinige Mensch“, wie die Cree-Indianer ihn nannten, in der für schwerblütig erachteten Schweizer Seele auslösen könnte. Am 2000 Meter hohen Ofenpass herrschte Bärenalarm.

Dicke Männer in unkleidsamer Kluft drängten mit Feldstechern in Position, die übliche Folklore halt, wenn es Sensationen zu bestaunen gibt. Waghalsige mit bewaffnetem Auge rückten dem Einwanderer aus dem Trentino so auf den Pelz, dass ein Experte ihr dackelhaftes Verhalten damit verglich, „wie wenn man in einem Formel-Eins-Rennen auf der Fahrbahn herumtanzt“.

Genervt konstatierte Wildbiologe Haller das Zwiespältige des triumphalen Comebacks: „Nicht der Bär, sondern der Mensch war das Problem.“ So ein Tier nehme doch nicht Reißaus vor ein paar Leutchen mit Kamera. Der Bär müsse doch selbstsicher sein, „immerhin nimmt er sonst die Risse von Wölfen weg“. Insoweit ist der Direktor bei aller Freude enttäuscht über „sehr viel Sensationshunger. Dafür habe ich nichts übrig“.

Allem voran gingen Reporter auf die Pirsch, meldeten exklusiv aus dem Unterholz: „Da taucht er wieder auf aus der Dunkelheit“, schwerfällig und doch elegant sei er, hieß es von der Front: „Es war atemberaubend schön.“ Parallel dazu musste Experte Haller dem Publikum das ABC der Tiere buchstabieren, Nachhilfe für ein fasziniertes und gleichzeitig abgeschrecktes Publikum. Wieder und wieder durfte der Professor vorkauen, dass sich die Art „zu Dreivierteln von pflanzlicher Nahrung ernährt“, Angriffe europäischer Bären auf Menschen „äußerst selten“ seien, trotz imposanter Eck- und Reißzähne. Aber es war nicht ganz sicher, ob das die Sorte von Wahrheit war, welche die in Angstlust vereinten Nachfahren Wilhelm Tells hören wollten.

Die Ankunft des großen Bären kündigte sich schon länger an. Seine Rückkehr war noch reine Theorie, da regelte der Gesetzgeber 1996 bereits etwaige Übergriffe durch den Braunen. Jederzeit bereit, den Papiertiger zu reiten, rechneten die Schweizer pro Tier und Jahr mit Entschädigungen zwischen 500 und 1000 Franken, Finanzausgleich für Bauern, von denen sich das als kraftvoll beschriebene Tier hin und wieder ein Schaf hole. Für etwaige „Problembären“ sieht die Regelung „Abschussentscheide“ durch den Bund vor. Fast prophetisch liest sich eine im Mai 2005 vorgelegte Studie, die besagt, sein Auftauchen in „naher Zukunft“ sei realistisch, die Region mit ihren zerklüfteten Tälern biete Rückzugsräume.

Ob sich der Waldgänger aber auch langfristig im angestammten Revier etablieren könne, „wird in erster Linie von der Akzeptanz der Bevölkerung abhängig sein“. Laut Befragungen würden sich 80 Prozent der Leute darüber freuen.

Eine radikale Umkehr, nachdem die Stimmbürger im vorigen Jahrhundert, 1901 war es, mit überwältigender Mehrheit von 6743 gegen 3138 Stimmen noch ein Jagdgesetz zum Abschuss „reißender Tiere“ begrüßt hatten; sie „unschädlich zu machen“ sei zu jeder Zeit an jedem Ort erlaubt. Die Abschussprämie für die „Bestie“ wurde hoch mit 100 Franken angesetzt. Das Ja zur aggressiven Bejagung verschwand selbst dann nicht aus den Statuten, als das Tier 1904 ausgerottet und damit vollendet war, was die Altvorderen bestimmt hatten: „Allen Tieren ist Frieden gesetzt, außer Bären und Wölfen!“ 58 Jahre danach wird Ursus arctos 1962 in die Schweizer Liste der geschützten Arten aufgenommen. Es sollten weitere 43 Jahre ins Heidi-Land gehen, bis er sich wieder blicken ließ, wo er Tausende von Jahren herumgetigert war.

Einerseits ist der Mensch besonders auf diesen Heimlichtuer fixiert, den er in seltsamer Gebundenheit „Bruno“, „Väterchen“ oder „Gevatter“ nennt und irgendwie drollig findet. Seine eigentümliche Faszination bezieht der im Miozän erschienene Säuger nicht zuletzt aus der Tatsache, dass er ein gewichtiger Sohlengänger ist. Er kann aufrecht gehen, ist fünfzehig wie wir. So kam die Kunde in die Welt, er stamme vom Homo sapiens ab.

Der Volksglaube sah in ihm einen in die Tierheit gefallenen Menschen, stark wie zehn Mann und verständiger als deren zwölf. Der Bursche gönnt sich gern ein Mittagsschläfchen und schnarcht.

Andererseits: Graubünden ist altes Bärenland, mag die Historie auch nur auf das bekannte Epos einer gnadenlosen Verfolgung hinauslaufen. Nicht nur dort hat ihn sich der Mensch zum Monster gemacht, das herdenweise dumme Schafe schlage, und deshalb in Gottes freier Natur auf null gebracht werden müsse. Zuletzt überlebte Petz nur noch in der Legende, als Figur auf dem Dorfbrunnen Zernez, auf Sgraffitos an Engadiner Fassaden, ein Symboltier von übermächtiger Gestalt. Im Wappen von Zernez hält es eine bewurzelte Fichte in den Pranken. Das einflussreiche Geschlecht der Plantas führte eine Bärentatze im Wappen, in Lavin – Halt der rätischen Eisenbahn „nur auf Verlangen“ – gibt es ein vergoldetes Bärenemblem zu bewundern.

In 105 Orts- und Flurnamen des Kantons ist Bäriges wie Bagn da l’Uors (Bärenbad) nachzuweisen, wobei man immer wissen muss, dass es Ausdruck erbitterter, tödlicher Feindschaft war. Und wenn er nicht gestorben ist, lag es am Märchen: „Schneeweißchen und Rosenrot“ leistet er Bärendienste: Als sein Fell abfällt, steht ein Prinz vor ihnen: „Ich bin des Königs Sohn.“

Heute scheint die Hysterie über den neuen Bär vom Ofenpass – den stattlichen Sohn einer slowenischen Mutter, wie DNA-Analysen besagen – ein Echo auf die Hysterie von gestern zu sein. Die wollte nicht verebben, bis dem Allesfresser der Garaus gemacht war. Womöglich verbirgt sich im Bemühen um seine Rückkehr unbewusst ein Schuldeingeständis gegenüber seiner Art. Das Drama ist ja noch nicht zu Ende; von den acht Arten sind fünf akut vom Aussterben bedroht. Ökologisch gesehen ist mit dem einen Bündner Bär – so er da bliebe – noch nichts gewonnen, es sei denn, man wolle Hoffnung als Strategie nehmen.

Im „Museum d’Engiadina Bassa“ von Scuol – „Bitte Schuhe reinigen!“ – teilt sich der Bär den Schauraum mit der Ausstellung „Auswanderung und Arbeit der Unterengadiner in der Fremde“, was nicht schlecht zum Thema Artenverlust passt. Eine schmiedeeiserne Falle wird gezeigt, ein martialisches Gerät mit Ketten und Dornen, um das arme Tier recht zu quälen. Auch stellten die Bauern dem Mutz mit „Quetschfallen“ nach, verirrte er sich darin, fiel ihm ein mit Steinen beschwerter Baumstamm aufs Genick. Sein Geschrei soll gleich einer Verwünschung von den Felswänden widergehallt haben.

Bären sind zu einem Brüllen fähig, „das die Nacht spaltet“, heißt es in Horst Sterns „Jagdnovelle“.

Noch 1865 wurde der Bestand am Ofenpassgebiet, wo man den Rückkehrer jetzt wie einen Popstar begrüßte, auf „mindestens 30 Stück“ geschätzt. Dann kamen präzisere Hinterlader-Gewehre in Mode, von 1850 bis ’59 wurden im Engadin 37 der Viecher abgeknallt. Mit dem Abschuss vom 1. September 1904 war der letzte seiner Art hin, das Ende der Population in der Schweiz. Parallel nahmen die Ersatz-Tiere zu, der knopfäugige Teddy kam in Mode. Ein just 1904 produziertes Steiff-Bärchen erzielte vor Jahren bei Sotheby sagenhafte 18000 Mark.

Der 1. September 1904 war ein Festtag, Fotos mit den Bärentötern Jon Sarott Bischoff und Padruot Fried aus Scuol erzählen von ihrer „historischen Tat“. Zwei Helden der Zeit, sie saßen auf Gämsen an, als ihnen der „Schädling“ vor die Flinte lief. Die Waffen sind im Museum auf grünem Filz wie Preziosen ausgestellt: „Milbank-Amsler, umgeändert als Jagdgewehr“, die Büchse von Fried, der den Fangschuss setzte. Daneben eine „Peadboy Ordonanza“, die Bischoff geschultert hatte, als sie in der Flanke des Piz Pisoc große Beute machten. Sie schleppen ihre Trophäe zu Tal, strichen die Abschussprämie von 100 Franken ein, in dieser Höhe nur noch für den gleichfalls verhassten Wolf und Luchs bezahlt.

Dagegen gab es je Fischotter 30 Franken, für Adler und Uhu je 10. Anreize genug, Legionen davon abzuballern, mit täuschend echten Glasaugen glotzen sie von der Wand jeder echten Bündner Stube.

Das kleine Museum Schmelzra im entlegenen Val Scharl ist eine Postkartenidylle, wie verwunschen gegen die Bergeszinnen abgehoben. Es riecht nach Harz. Irgendwo da draußen treibt sich der Neue im Hochwald herum. In einer Vitrine der letzte Schweizer Bär, ausgestopft und aufgerichtet zur vollen Größe, das Fell grau von den Jahren. Auf dem Infotäfelchen steht: „Eigentlich handelt es sich um eine Bärin.“ Am Fenster ein schwarzes Rohr, das auf einen drei Kilometer entfernten Steilhang zielt: „Wenn Sie durch diese Röhre schauen, sehen Sie in die Val de la Chalchera, den Abschussort des letzten in der Schweiz geschossenen Bären.“ Daneben ein metergroßes Foto mit 30 Männern, Frauen und Kindern in Sonntagskluft, das tote Tier auf allen vieren zu ihren Füßen ausgestreckt – ein Dokument des Sieges. Nur die Schützen blicken skeptisch in die Kamera, als zittere eine dunkle Angst in ihnen nach.

Die Kurhaus Tarasp AG zahlte ihnen 400 Franken für 116 Kilo Bärenfleisch, vom Hotelkoch zu kleinen Portionen verarbeitet. Später stand das Viech mit seinen braunen Murmelaugen im Speisesaal.

Ob jetzt aus der Wiederkehr des Bären mehr erwächst als nur Medienrummel? Wohl kaum. Abseits des Nationalparks geht die Vermarktung der Alpen weiter, werden Hänge mit Liften zugepflastert und mit Schneekanonen künstlich geweißelt. Vor diesem Hintergrund ist die Bären-Sensation keine Geschichte über das, was wir gewinnen, sondern eher darüber, was wir täglich an Umwelt verlieren. Allem voran stimulierte der Mutz den Hotelbetrieb und brachte zusätzliche Gäste. Der Umsatz von Bären-T-Shirts für 26 bis 36 Franken stieg. Zu den hybriden Reaktionen passt die „Bärenpizza“ in der Zernezer Gaststätte Mirta inklusive 0,5 l Bärenbier 23 Franken.

In all dem Trubel ist Direktor Haller um einen hoffnungsfrohen Eindruck bemüht. Der Fachmann verkennt aber nicht, was es bedeutet, dem Bär außerhalb des Wappenschildes wieder eine Zukunft zu geben. Er denkt positiv, vernetzt das „Jahrhundertereignis“ deshalb mit der Bärenpopulation in Slowenien (450 Exemplare), Österreich (25) und Italien mit seinen 15 Trentino-Bären. Studien besagen, dass Hallers Oase einen Mutz ernähren könnte, das Engadin deren 20, eine lebensfähige Population muss freilich mindestens 50 Tiere umfassen.

Die „bärenfreundliche Zukunft“ in seinen verbauten Revieren kann man sich gar nicht kompliziert genug vorstellen: Dazu braucht es „Bärenakzeptanz“, „Bärenkonzepte“, eine „Cost Path Analyse für Bärenkorridore“, die dem Umsiedler für Touren aus Italien ausreichend Deckung in dichtem Wald sowie Grünbrücken bieten, damit er nicht sofort unter die Räder kommt. Vom Engadin bis ins Misox, von Disentis über Glarus in die Zentralschweiz fänden Überläufer geeignete Lebensräume, die längste Route aus dem Trentino ins Val Müstair beträgt 87 Kilometer, ein Katzensprung für Bären. Beim Herumstreifen bis Südtirol erprobt er bereits diesen gedachten Weg. Dann braucht es „Bärenanwälte“, sobald sich ein „Problembär“ über Nutztiere hermacht. Die wilde Schönheit des Luchses gefiel den Eidgenossen auch nur so lange, wie er ihre Nutztiere in Ruhe ließ. Zwei Schafe und ein Kalb gehen bereits auf das Konto des Bündner Bären, erste, emotionsgeladene Leserbriefe fragen: „Will man uns Bären wieder zumuten?“

Dass der Mutz in der Schweiz wieder Fuß fasst, dessen ist sich Direktor Haller gewiss. Doch Arkadien, was nichts anderes bedeutet als Bärenland, ist noch fern.

In der Zernezer Kneipe Mirta grölen die jungen Burschen beim „Bärenbier“: „Ein Schuss, ein Schrei, das war der Bär…“

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