Zeitung Heute : Der Mikroprozessor - ein neues Buch über seine Geschichte

Der Mikroprozessor - Eine ungewöhnliche Biographie, Michael S.MaloneAuf ausführlichen 375 Seiten inklusive zahlreicher Fußnoten, einem Glossar und Index erfährt der Leser wirklich alles über den Microprozessor und seine Geschichte.Anschaulich und spannend erzählt der Wirtschafts- und High-Tech-Journalist Malone den Lebensweg des Siliziumplättchens anläßlich seines 25.Geburtstages. Am Anfang steht gleich "einer der größten geschäftlichen Fehltritte des Jahrhunderts".Eine kleine Firma namens Busicom verkaufte 1971 seine Rechte für die Architektur eines Microprozessors an eine Firma namens Intel - immerhin muß man bedenken, daß es sich bei diesem Chip um den Vorläufer des Pentiums gehandelt hat.Busicom ging Pleite, Intel wurde zu einem der erfolgreichsten Unternehmen der letzten 20 Jahre. Neben der Historie beschäftigt sich das Buch mit Herstellung und Funktionsweise des Microprozessors, ein knappes Drittel des Buches handelt von Siliziumkristallen und Halbleitern.Dabei räumt Malone mit der verbreiteten Vorstellung auf, die Micro-Chipherstellung habe etwas mit Elektronik zu tun.Wichtiger für die Herstellung der Mikroprozessoren ist nämlich die Chemie.Schließlich gewährt der Autor einen Blick in die Zukunft, in der Siliziumchips überflüssig werden könnten.Lichtstrahlen könnten elektrische Impulse ersetzen und dem menschlichen Gehirn nachempfundene neuronale Netze werden in den Labors bereits entwickelt. Das Buch richtet sich gleichermaßen an Experten und interessierte Laien, obwohl es den unbedarften Leser in seiner Ausführlichkeit fast zu erschlagen droht.Dennoch, wer für das Thema Interesse hat, erfährt für 58 Mark nicht nur etwas über Technik, sondern viel über Menschen und Unternehmen, die in einem noch jungen Industriezweig Pioniere waren.Erschienen ist das Buch im wissenschaftlichen Springer-Verlag.


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