Zeitung Heute : Der Nachfolger heißt Pentium III

CLAUS-PETER SESIN

Am Montag hat Intel das nach Meinung zumindest der Insider "best gehütete Geheimnis aus dem Silicon Valley" gelüftet.Der Chip-Gigant aus dem kalifornischen Santa Clara gab den offiziellen Namen für den ab Anfang März lieferbaren Pentium-II-Nachfolger bekannt.Er wird "Pentium-III" heißen und nicht, wie bislang geplant, "Katmai".Das Arbeitstempo der ersten Versionen soll nach eigenen Angaben von Intel 450 und 500 Megahertz (MHz) betragen.Im Laufe des Jahres kommt noch zwei weitere Versionen mit 533 MHz und 600 MHz hinzu.Ab März werden US-Computerhändler erste Rechner mit dem Pentium-III anbieten.

Den Pentium-III könnte man als eine Art "getunte" - also leistungsoptimierte - Version des bisherigen Spitenzmodells Pentium-II bezeichnen.Bedeutendste Neuerung ist eine Multimedia-Erweiterung namens MMX-2: 70 neue interne Befehle helfen der Darstellung dreidimensionaler Grafik auf die Sprünge und schrauben die Audio- und Video-Leistung hoch.Damit soll endlich die ruckel- und flimmerfreie Wiedergabe von Videos möglich sein.Auch die Spracherkennung soll mit dem Pentium-III verbessert werden, so daß Benutzer künftig problemlos Befehle per Mikrofon sprechen können, statt sie umständlich über Tastatur oder Maus einzugeben.

Vor allem aber wird praktisch zeitgleich mit der Einführung des Pentium-III passende Software auf den Markt kommen, die die neuen MMX-2-Befehle auch nutzt.Bei früheren Multimedia-Erweiterungen wie MMX dauert es lange, bis entsprechende Programme zur Verfügung standen und bei denen die Leistungsverbesserungen auch subjektiv erfahrbar waren.Intel hat aus den alten Fehlern gelernt: Seit über einem Jahr arbeiten Intel-Ingenieure beim Fein-Tuning der MMX-2-Befehle eng mit den einschlägigen Software-Häusern zusammen.

Hinsichtlich der Preise erfreut Intel mit einer guten Nachricht: Der neue Chip wird trotz erheblicher Leistungssteigerung billiger sein als ein vergleichbarer Pentium-II heute.Die 450-MHz-Version soll in größeren Stückzahlen 530 Dollar kosten - für einen gleich schnellen Pentium-II verlangt Intel derzeit 562 Dollar.Der Preis für die 500-MHz-Variante soll bei 764 Dollar liegen.Mit der Einführung des Pentium-III wird Intel den Preis des Pentium-II deutlich senken - wird er doch bald zum alten Eisen gehören: Es sind keine neueren Versionen mehr geplant - und in der zweiten Jahreshälfte will Intel auch einen Pentium-III für Laptops auf den Markt bringen.

Vor wenigen Tagen hatte Intel bereits den Prozessor-Reigen im neuen Jahr für den Celeron-Bereich eröffnet.Die vor allem für den preiswerten Einsteiger-PC entwickelten Prozessoren haben eine Taktrate von 366 und 400 Megahertz und bieten nach Firmenangaben eine Leistungssteigerung bis zu zehn beziehungsweise 20 Prozent gegenüber dem bisher schnellsten Celeron mit 333 Megahertz.Im Unterschied zu den zuerst eingeführten Chips dieser Reihe besitzen die Celerons jetzt einen integrierten Second-Level-Cache (Zwischenspeicher) von 128 KB.Als Großhandelspreis wurden zunächst 123 Dollar (204 Mark) für den 366er und 158 Dollar (262 Mark) für den 400er Celeron festgelegt - jeweils für den Prozessor im entsprechenden Gehäuse.

Die neuen Prozessoren seien der "Anfang einer ganzen Reihe von vielen preiswerten Produkten" für den Desktop-PC wie für den mobilen Rechner, erklärte Intel-Vizepräsident Paul Otellini.

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