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Der neue Schweizer Stil : Werkzeug mit Funktion

05.10.2012 00:00 UhrVon Claudia Schmid
Für Alfredo Häberli ist Beobachten "die schönste Form des Denkens". Das Ergebnis seiner Beobachtungen hält er in Zeichnungen fest. Foto: promoBild vergrößern
Für Alfredo Häberli ist Beobachten "die schönste Form des Denkens". Das Ergebnis seiner Beobachtungen hält er in Zeichnungen fest. - Foto: promo

Alfredo Häberli ist der bekannteste Schweizer Designer. Als Kreativdirektor für die Schweizer Möbelkollektion „Atelier Pfister“ setzte er neue Maßstäbe.

Als erstes legt er sein schwarzes Skizzenbuch auf den Tisch. Erst wenige Seiten sind bemalt – etwa mit einer Filzstift-Skizze eines Sideboards, dessen Füße von Büchern getragen werden. „Nur so eine Idee“, sagt Alfredo Häberli. „Ich muss immer zeichnen.“ Schließlich lautet sein Credo „Beobachten ist die schönste Form des Denkens.“ Und Zeichnen heißt für ihn: beobachten.

Häberli, braungebrannt dank Ferien im Engadin, weißes Hemd, sitzt im Sphères, einer Bar und Buchhandlung im Zürcher Industriequartier. Passend zum Hitzewetter bestellt er einen „Gespritzten“ – Weißwein mit Mineralwasser. Der „schmale George Clooney“, wie Häberli sich selbst mal bezeichnete, weil er wie der Filmstar graue Haare und große braune Augen hat, ist der Prototyp des mediterranen Mannes.

Seine Hände und Augen fliegen in alle Richtungen, wenn er spricht. Das liegt an seinen argentinischen Wurzeln. Bis er dreizehn Jahre alt war, lebte Alfredo Häberli in Argentinien, wo er zur Welt kam. Seine Eltern betrieben in der Stadt Cordoba ein Restaurant, seine Großeltern ein Hotel.

Vielleicht haben deshalb viele seiner Aufträge mit Genuss zu tun. So hat der Gestalter vor zehn Jahren für die finnische Firma Iitalla die Weingläser „Essence“ und das gestreifte Geschirrset „Origo“ entworfen. Beide Kollektionen stehen in jedem skandinavischen Geschirrschrank und sind immer noch Verkaufsschlager. Mit Moroso, Alias oder B&B-Italia gehören auch die wichtigsten italienischen Möbelmanufakturen zu seinem Portfolio. Für das Schuhlabel Camper hat er viele Shops eingerichtet.

Was auch immer Häberli entwirft, wirkt unaufdringlich und doch präzise. Und ist im besten Fall praktisch. So werden bei „Origo“ die Unterteller zu Deckeln, wenn man sie mit Schalen kombiniert. Sein neues Sofa „Softbox“ für Moroso ist zwar groß, und doch transportabel – weil es dünne Beinchen besitzt. Die Löffel oder Gabeln des Kinderbestecks für den skandinavischen Hersteller Georg Jensen tragen Gesichter – und werden so zum Spielzeug.

Häberli hat nicht ohne Grund ins Sphères gebeten. Im November eröffnet unweit der Bar das 25hours-Hotel, sein neustes Projekt. Dieses hat Häberli mit seinen Mitarbeitern und einem erweiterten Team, zu dem auch seine Frau, eine Grafikerin, gehört, konzipiert. „Ich habe dafür nicht einfach ein paar Vorhänge ausgewählt, sondern jedes einzelne Möbelstück entworfen“, sagt Häberli. Sogar die Türgriffe. „Schließlich stellen diese den ersten Kontakt überhaupt mit dem Gast her.“ Sie bestehen aus hochwertigem Chromstahl – und werden vom deutschen Hersteller FSB produziert.

Ebenfalls ein deutsches Unternehmen ist die Hotelkette, die Ableger in Wien, Frankfurt oder Hamburg betreibt. 25hours setzt auf individuelle, designorientierte Boutique-Hotels. Und wird in Zürich eine Lücke füllen. So gibt es in der Stadt viele Fünf–Sterne-Häuser und günstige Angebote für junge Partybesucher. „Doch in der Mittelklasse hält sich die Auswahl innovativer Hotels in der Schweiz in Grenzen.“ Das Hotel spricht eine Klientel an, welche Häberli selber angehört – Kreative, globalisierte Vielreisende, die sich für Gestaltung interessieren, aber genug haben von den kühlen Designhotels. „Oft ist die Atmosphäre und der Service unpersönlich.“ Nicht selten seien Hotels abgeschlossene, unzugängliche Komplexe. „Dabei muss sich ein Hotel zum Ort hin, wo es sich befindet, öffnen.“

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