Zeitung Heute : Der Ortstarif kommt zum Jahresende

MAURICE SHAHD

"Wir bieten unseren Kunden ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und bei unserem Pauschalangebot gehen die Kunden kein Risiko ein", beschreibt Martin Schemel, Vertriebsmitarbeiter von OkayNet, die Vorzüge seines Dienstes.Bei dem bundesweit agierenden Provider kostet der Internet-Zugang pauschal 25 Mark, es gibt keine Beschränkungen der zeitlichen Nutzung oder bei der Menge der übertragenen Daten.Nicht im Preis enthalten ist Speicherplatz für die private Homepage.

OkayNet ist eine Tochtergesellschaft von IPF.Net, einem Internet-Zugangsanbieter, der bereits seit einigen Jahren erfolgreich im Geschäftskundenbereich tätig ist.Mit der Tochter OkayNet will sich das Unternehmen auch im Privatkundengeschäft etablieren."Wir sind zwar rechtlich selbständig von IPF.Net, nutzen aber deren Netz-Infrastruktur, also deren Einwahlknoten und Standleitungen", erläutert Schemel."Unser Ziel ist es, bis zum Jahresende flächendeckend in ganz Deutschland zum Ortstarif erreichbar zu sein, entweder über eine einheitliche Einwahlnummer oder über eine Erweiterung unserer bisher 60 Einwahlknoten", so Schemel.

Das Unternehmen betreibt ein unabhängiges Telekommunikationsnetz, das die wichtigsten und größten Städte des Landes über ein Backbone vernetzt.Ein Backbone-Netz besteht im wesentlichen aus Standleitungen mit hoher Übertragungskapazität, welche die einzelnen Einwahlknoten des Providers miteinander verbinden.Die Einwahlknoten werden auch als POP bezeichnet, was Point of Presence (Ort der Verfügbarkeit) bedeutet.Eine hohe Anzahl von Zugangsknoten ist notwendig, um die Einwahl zum Ortstarif zu ermöglichen.

Die Leitungen werden von den großen Telefongesellschaften wie der Telekom, Colt oder WorldCom zur Verfügung gestellt."Durch unsere zahlreichen Einwahlpunkte können wir unseren Kunden auch das Roaming anbieten.Sie können also von jedem unserer Zugangsknoten auf das Internet zugreifen", erläutert Schemel.

Zum Test: Die Einrichtung des Zugangs verzögerte sich etwas, da es gerade Probleme mit dem Berliner Einwahlknoten gab, die aber einen Tag später behoben waren.Die zu Hilfe gerufene Telefon-Hotline gab kompetent und freundlich Auskunft.Erreichbar ist die Hotline täglich, also auch am Wochenende, von 10 Uhr bis 22 Uhr.Dieses sehr gute Angebot wird leider durch die anfallenden Kosten geschmälert.Da es sich um eine 0190-Nummer handelt, werden pro Minute 3 Mark 63 berechnet.Preiswerter kommt da der E-Mail-Support auf der Homepage.In einem eigens dafür vorgesehenen Formular kann das Problem ausführlich geschildert werden.Die Service-Mitarbeiter von OkayNet mailen dann die Antwort oder melden sich per Telefon.Der Kunde hat auch die Möglichkeit, sich selbst zu helfen.Auf der Website des Providers finden sich zahlreiche Einrichtungs- und Konfigurationshinweise.In einer Liste mit FAQs (Frequently Asked Questions) werden Fragen zu OkayNet und allgemeine Fragen zum Internet beantwortet.

Zwar fehlt auf der Homepage von OkayNet die Möglichkeit zum Download von Software, Neukunden erhalten jedoch eine CD-ROM mit entsprechenden Programmen.Bei der Geschwindigkeit des Zugangs zeigten sich Licht und Schatten.Beim Herunterladen der Testdatei (486 Kilobyte) wurde eine maximale Übertragungsrate in Höhe von 4,5 Kilobyte pro Sekunde gemessen.Am stark frequentierten Freitagabend und am Wochenende brach die Zugangsgeschwindigkeit dagegen geradezu ein.

Zwei Downloads wurden bei einer Übertragungsrate von nicht mehr als 0,9 Kilobyte pro Sekunde nach fünf Minuten abgebrochen.Im Durchschnitt lag die maximale Übertragungsgeschwindigkeit bei 2,8 Kilobyte.Nicht viel besser zeigte sich der Zugang per ISDN.Durchschnittlich wurde eine maximale Übertragungsrate in Höhe von 4,3 Kilobyte pro Sekunde erreicht.

"Da wir viele Privatkunden haben und diese nunmal am Abend und am Wochenende surfen, sinkt zu diesen Zeiten die Geschwindigkeit.Dieses Problem haben aber alle Provider", meint Vertriebsmitarbeiter Schemel.Eine Einschätzung, die sich durch die bisher durchgeführten Tests nicht bestätigen läßt.

OkayNet bietet einen günstigen Internet-Zugang mit guten Service-Leistungen.Einschränkungen sind bei der teuren Hotline, dem fehlenden Webspace und der langsamen Geschwindigkeit zu machen.Der Provider wird trotzdem noch mit "befriedigend" bewertet.

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