Zeitung Heute : Der Parlamentarier

Foto: Mike Wolff
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Wenn es darum geht, die Rechte des Parlaments zu verteidigen, kann Bundestagspräsident Norbert Lammert sehr unbequem werden. Für den promovierten Sozialwissenschaftler aus Bochum spricht auch, dass er ein guter Redner und ein intellektueller Kopf ist. Mit selbstbewusstem Auftreten gegenüber der Bundesregierung hat der CDU-Politiker sich Anerkennung in den letzten sechs Jahren in allen politischen Lagern verschafft. So sorgte er dafür, dass der Bundestag bei der Euro-Rettung eine stärkere Rolle als angedacht zugewiesen bekam. Mehrmals legte der 63-Jährige sich dabei auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an – etwa als er 2009 gegen die steuerliche Entlastung der Hotelbranche stimmte. Seine Lust am Widerspruch galt schon 2010 als einer der Gründe, dass Merkel ihn nicht als Nachfolger für Horst Köhler fürs Schloss Bellevue vorschlug. Und auch SPD und Grüne wissen, dass der Widerspruchsgeist eines Bundespräsidenten Lammert sich nach der Bundestagswahl 2013 auch gegen eine neue Bundesregierung richten würde, auch wenn sie nicht mehr von Union und FDP getragen würde. ce

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