Zeitung Heute : Der preiswerte Studenten-Computer

MARKUS VON RIMSCHA

Für 2000 DM läßt sich ein PC zusammenstellen, der den meisten Ansprüchen gerecht wirdVon MARKUS VON RIMSCHAOft wird er von Billig-Anbietern gepriesen, oft kritisiert, der 2000-Mark-PC.Trotzdem bleibt es verständlich, daß Anwender mit dünnem Geldbeutel, etwa Studenten, nicht zuviel in die kurzlebige Technik investieren möchten.Auch jenseits der Standardangebote der Computerketten kann ein kompletter PC für etwa 2000 DM realisiert werden. Günstige Motherboards, die bereits dem neuen ATX-Standard entsprechen, schlagen bei gängigen Anbietern wie ASUS oder Gigabyte mit etwa 250 bis 300 DM zu Buche.Der dazugehörige Prozessor, beispielsweise die mit 133 MHz getaktete AMD-Variante kostet weitere 160 Mark.Es ist kaum sinnvoll, viel Geld in die neue Pentium-Pro oder Pentium-II-Technologie zu investieren.Bei normalen Ansprüchen entsteht nur ein geringer Vorteil bei erheblich höheren Kosten.Den entscheidenden Faktor bildet der Arbeitsspeicher.32 Megabyte kosten momentan 200 Mark, eine geringere Ausstattung ist nicht sinnvoll.Eine Erweiterung des Speichers auf 64 Megabyte ist die wohl effektivste und preiswerteste Variante, die Geschwindigkeit des Rechners allgemein zu steigern.Gerade bei grafischen Oberflächen wie Windows entsteht hier meist zuerst der Engpaß, das Auslagern von Speicherbereichen auf die Festplatte bremst das ganze System enorm.Ein schneller Prozessor nutzt also wenig, wenn der Speicher nicht ausreicht.Weitere 350 DM sollten für eine Festplatte kalkuliert werden.Für diesen Preis bieten Hersteller wie Seagate oder Quantum zwei Gigabyte Kapazität.Beim nicht mehr wegzudenkenden CD-ROM-Laufwerk, das beim täglichen Arbeiten meist keine allzu große Rolle spielt, sollte nicht der Geschwindigkeitsrausch dominieren.Ein Gerät mit achtfacher Geschwindigkeit reicht völlig aus und kostet von Mitsumi oder IBM 110 Mark.Eine Grafikkarte mit zwei Megabyte Speicher liegt bei ELSA oder Diamond um 130 DM.Eine Arbeitsauflösung von 800x600 Bildpunkten bei voller Farbtiefe ist so möglich.Ein 15-Zoll Monitor ist für 430 DM zu haben, beispielsweise von Belinea.Weitere rund 200 DM sind für Gehäuse, Maus, Tastatur und Diskettenlaufwerk einzuplanen.Eine Studentenlizenz für Windows NT oder das Windows 95-Update kostet 180 DM.So liegt ein kompletter PC bei etwa 2000 DM. Ein weiteres beachtliches Preissenkungspotential liegt in den zahlreichen Börsen für gebrauchte Computerteile.Ein 100 MHz-Pentium ohne MMX-Technologie reicht für die meisten Anwender völlig aus, ebenso ein älteres Office-Paket.Die zusätzlichen Möglichkeiten der neuesten Varianten bleiben ohnehin meist ungenutzt.Leider sind diese beim Händler nicht mehr zu erwerben. Für wen ist ein solcher Computer nun geeignet? Grundsätzlich für jeden Privatanwender ohne gehobene Ansprüche.Ein Drucker oder das für den Internet-Zugang nötige Modem können problemlos ergänzt werden.Völlig unzureichend ist ein derartiges System jedoch für jeden, der aufwendige Grafikarbeiten zu erledigen hat.Durch die dann nötigen Leistungsmerkmale von Grafikkarte und Monitor steigen die Kosten deutlich, von Zusatzgeräten wie Scannern ganz abgesehen.Auch für die allgegenwärtigen Computerspiele ist ein solcher PC kaum geeignet.Ironischerweise werden hier meist die höchsten Anforderungen gestellt, von schnellen Prozessoren, Festplatten und CD-ROM-Laufwerken bis hin zu aufwendigen Grafikkarten mit 3D-Beschleunigern.Wer seinen Computer jedoch als Arbeitsgerät versteht, kann darauf getrost verzichten.

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