Zeitung Heute : "Der Rektor muss auch Manager sein"

Der Autor ist Vorsitzender der Kienbaum Consultant

Deutsche Schüler sind doof - die plakative Schlagzeile hat dieser Tage Hochkonjunktur. Laut Pisa-Studie sind deutsche Schülerinnen und Schüler nur in Ansätzen fähig, einen Text zu begreifen und im Sinne einer Lösungsfindung zu bearbeiten. Dem deutschen Bildungssystem fehlt ein wesentliches Kriterium für erfolgreiches "Wirtschaften": klare Ziele, an denen Erfolg oder Misserfolg gemessen werden kann. Es gibt keine Parameter dafür, was "gute Schule" ausmacht. Deutschland ist im Pisa-Ranking weit von Ländern entfernt, in denen der Rektor auch der Manager seiner Schule ist. Wenn die Verantwortung für Lehrer und Finanzen auf mehrere Stellen verteilt sind, haben Schulleitungen kaum die Möglichkeit, zeitnah auf lokale Besonderheiten und veränderte Bedingungen zu reagieren. Ganz anders das englische Schulwesen. Lange Zeit galt es als marode, heute liegt England dank einer konsequenten Bildungsreform mit effizienten Managementstrukturen bei allen abgefragten Schülerkompetenzen in den Top-Ten. Deutschland - was tun? Aus meiner Sicht:

Bildung braucht Wettbewerb, höhere Etats in schulischer Eigenverantwortung und motivierte Lehrer. - Klare Ziele und Kriterien, die eine "gute Schule" definieren. - Regelmäßige Beurteilung der Zielerreichung. - Rektoren, die ihre Schule wie ein Manager leiten. - Einen verbindlichen Ausbildungskanon für die Anforderungen der nächsten Ausbildungsstufen und des Berufslebens. - Eine Unterrichtsform, die Teamfähigkeit fördert und soziale Kompetenzen schult. - Gezielte Förderung schwacher Schüler.

England hat es vorgemacht. Einen Aufschub der notwendigen Reformen darf es nicht geben. Die Erziehung unserer Kinder ist ein lebensnotwendiger Schritt, um unsere Wirtschaft konkurrenzfähig zu halten. Umfassend gebildete und auf das Berufsleben vorbereitete Schüler sind die qualifizierten Mitarbeiter, herausragenden Fachkräfte und Manager unserer Wirtschaft von morgen.

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