Zeitung Heute : Der sichere Weg ins globale Datennetz

MAURICE SHAHD

Der Weg in die weltweiten Datennetze führt über einen Provider.Der Tagesspiegel will mit seiner Serie von Provider-Tests helfen, Neueinsteigern und Umsteigern bei der Auswahl eines geeigneten Anbieters zu helfen.Die Interaktiv-Redaktion testete in den vergangenen sechs Monaten 26 Unternehmen, die den Berlinern einen Einwahlknoten ins Internet anbieten.

Zwölf der getesteten Provider erhielten die Bewertung "gut", elf wurden mit "befriedigend" bewertet und drei mit "ausreichend".Ein "sehr gut" wurde nicht vergeben, da kein Anbieter in allen Belangen voll überzeugen konnte.Ebenso wurde kein "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft" vergeben.Eine Ausnahme bilden die Provider "Transmedia" und "1&1", die ein "knapp gut" erhielten.Transmedia verfügt über ein interessantes Preismodell, das die Vorteile verschiedener Tarife vereinigt.Der Provider 1&1 konnte im Test durch ein umfangreiches Leistungsangebot und hohe Geschwindigkeitswerte überzeugen.Allerdings war der Dienst am Ende des Testzeitraums vorübergehend nicht erreichbar.Wir hoffen, daß dies ein einmaliger Systemausfall war.

Während sich die Provider auf die Bereitstellung des Internet-Zugangs konzentrieren, verfügen Online-Dienste wie T-Online, AOL oder CompuServe auf einer eigenen Benutzeroberfläche über ein reichhaltiges inhaltliches Angebot."T-Online hat sich zu einer Marke entwickelt, der die Kunden vertrauen.Zudem sind wir im Bereich Homebanking führend, da wir hohe Sicherheit garantieren und über eine sehr benutzerfreundliche Software verfügen", beschreibt Jörg Lammers, Pressesprecher von T-Online, die Gründe für den Erfolg des Telekom-Dienstes.

T-Online zählt zur Zeit 2,7 Millionen Nutzer, die Konkurrenz von AOL und Compuserve hat zusammen rund eine Million Kunden.Allerdings lassen sich die Online-Dienste ihr Angebot gut bezahlen.Bei T-Online beträgt die monatliche Grundgebühr acht Mark inklusive zwei Freistunden.Jede weitere Online-Stunde kostet drei Mark.Die regional, national oder sogar international agierenden Provider bieten in der Regel günstigere Tarife.Wer auf die inhaltlichen Angebote der Online-Dienste, die zunehmend auch im Internet verfügbar sind, verzichten kann, ist mit einem "reinen" Provider gut bedient.

Wie sollte bei der Auswahl eines geeigneten Providers vorgegangen werden? Computer- und Internet-Magazine sowie Tageszeitungen führen regelmäßig Provider-Tests durch, die einen Überblick geben.Als Informationsquelle bei der Suche nach einem Provider bietet sich natürlich das Internet selbst an.Wer noch über keinen Internet-Anschluß verfügt, kann einen öffentlichen Zugang nutzen.Bequemer ist die Nutzung eines Testzugangs, den verschiedene Provider und Online-Dienste anbieten.Die Provider beschreiben auf ihren Webseiten ausführlich ihre Leistungen, und eine professionelle Gestaltung der Seiten gibt ersten Aufschluß über die Qualität des Anbieters.Bei der Auswahl eines Providers sind vier Kriterien zu beachten: Preis, Leistungsumfang, Service und Schnelligkeit.

Bei den Preismodellen lassen sich zeitabhängige Tarife und Pauschaltarife unterscheiden.Bei ersteren ist eine monatliche Grundgebühr und die Gewährung einer bestimmten Anzahl Freistunden üblich.Sind die Freistunden aufgebraucht, muß für jede weitere Stunde gezahlt werden.Die Abrechnung der Online-Zeit sollte sekundengenau erfolgen.Um die Übersicht über die anfallenden Kosten zu behalten, bieten viele Unternehmen auf ihrer Homepage die Möglichkeit, die bereits online verbrachte Zeit zu ermitteln.Die Pauschaltarife, die monatlich oder jährlich zu entrichten sind, erlauben die zeitlich unbegrenzte Nutzung des Internet.Eine Kombination aus beiden Tarifarten bietet der Provider Transmedia.Ohne monatliche Grundgebühr kostet jede Online-Stunde 4,20 Mark, jedoch werden maximal 35 Mark im Monat berechnet.Welcher Tarif für welchen User geeignet ist, hängt stark von der zeitlichen Nutzung des Internet ab (siehe Kasten).Grundsätzlich gilt: Je länger das Internet genutzt wird, desto eher lohnt sich ein Pauschaltarif.

Zum Leistungsumfang eines Providers gehört die Menge des Speicherplatzes für die eigene Homepage, die Anzahl der E-Mail-Adressen und nicht zuletzt das inhaltliche Angebot.Hinzu kommt das Angebot von Newsgroups und die Möglichkeit, sich in anderen deutschen Städten oder im Ausland ins Internet einzuwählen (Roaming).Der angebotene Webspace liegt bei den meisten Providern bei einem Megabyte - genügend Platz für die eigene Homepage.Mit zunehmender Nutzung des Internet dürfte gerade für Familien die Anzahl der E-Mail-Adressen ein wichtiges Kriterium sein.Bei Providern wie 1&1 oder "Online Now" mit fünf E-Mail-Adressen können mehrere Personen in einem Haushalt eine eigene virtuelle Anschrift erhalten.

Guter Service eines Providers wird schon kurz nach Abschluß des Vertrages deutlich.Die Einrichtung des Zugangs muß innerhalb weniger Tage möglich sein.Installationshinweise und eine CD-ROM mit den wichtigsten Internet-Programmen wie Web-Browser und E-Mail-Programm gehören ebenso zum Standard.Bei der Einrichtung des Zugangs helfen die telefonischen Hotlines der Provider.Ist die Hotline nicht nur zu den Geschäftszeiten, sondern auch in den Abendstunden und am Wochenende erreichbar, können die Kunden leichter in ihrer Freizeit zum Hörer greifen.Die Kosten für die Nutzung der telefonischen Hotlines reichen von Null (Online Now) bis zu teuren 3,63 Mark pro Minute (1&1).Zu einem guten Service gehören auch kundenfreundliche Mindestlaufzeiten und Kündigungsfristen.Innerhalb eines Monats sollten unzufriedene Nutzer aussteigen können.Die Geschwindigkeit eines Provider läßt sich eigentlich nur mit einem Testzugang überprüfen.In jedem Fall sollte eine analoge Anbindung mit 56 000 Bit pro Sekunde und die Unterstützung des Modemstandards V.90 gewährleistet sein.Die in unserer Testserie mit "gut" bewerteten Provider zeichneten sich alle durch hohe Geschwindigkeitswerte aus.

Alle Ergebnisse in unserem Special Berliner Providertest

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