Zeitung Heute : Der Sicherheits-Tipp: Alkohol auch am Tag danach noch ein Problem

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Wenn gefeiert wird bei uns in Deutschland, dann wird dabei meist auch getrunken. Und nicht etwa nur Wasser und Säfte und all das andere, was an alkoholfreien Getränken angeboten wird. Da wird dann auch so manches Glas Bier und Wein geleert und das eine oder andere härtere Getränk gekippt. Und da bei uns zum Ende des Winters oft ein Ball den anderen jagt und die Wochen vor dem Frühling zudem von Karneval und Fasching geprägt werden, bietet sich gerade jetzt manche Gelegenheit zu einem feuchtfröhlichen Abend. Und auch wenn Berlin nicht gerade ein Hort der typisch rheinischen Art den Karneval zu feiern ist, so sind doch mit dem Regierungsumzug auch viele Rheinländer hierher gekommen, die selbstverständlich auch ihre Bräuche mitgebracht haben und sie auch pflegen. Kurzum, auch an der Spree wird zur Karnevalszeit heute mehr gefeiert als noch zu Mauerzeiten.

Aber es gibt auch manchen anderen Grund, ein wenig tiefer ins Glas zu schauen. Schon ein so richtig rundes Menü mit Aperitif, ein paar Gläschen Wein und einem hochprozentigen Digestif kann schnell so viel Alkohol ins Blut bringen, dass man sich damit nicht mehr ins Auto setzen darf - zumindest nicht mehr auf den Fahrerplatz. Das gilt selbst für den Fall, dass man hier und dort nur ein wenig nippt. Denn zu schnell ist die Promillegrenze überschritten. So vertrauen sich viele nach fröhlicher Feier und gutem Mahl lieber Bussen und Bahnen und, wenn es besonders schnell und komfortabel nach Hause gehen soll, einem Taxi an.

Doch damit ist die Sache meist nicht abgeschlossen. Denn morgens stellen sich viele nach ein paar Stunden Schlaf unter die Dusche, machen sich frisch, setzen sich an den Frühstückstisch und danach dann mit bestem Gewissen und mit dem Gefühl, wieder vollauf fit zu sein, ins Auto, um zur Arbeit zu fahren.

Das allerdings kann gefährlich werden. Denn wer nach feuchtfröhlicher Nacht oder einem guten Mahl so gegen zwei Uhr nachts mit einem Blutalkohlspiegel von 1,5 Promille zu Bett gegangen ist, der mag sich nach fünf Stunden Schlaf um sieben Uhr früh noch so fit fühlen. Doch den Alkohol aus seinem Blut ist er damit noch längst nicht los. Der baut sich nämlich sehr viel langsamer ab, als die meisten es sich bewusst machen. Im Durchschnitt sinkt der Blutalkoholspiegel nach dem Ende des Trinkens pro Stunde nämlich nur um 0,10 bis maximal 0,15 Promille.

Wer sich also mit einem Blutalkoholspiegel von 1,5 Promille nachts so gegen zwei Uhr íns Bett gelegt hat und gegen sieben Uhr früh wieder aufsteht, der hat im günstigsten Fall immer noch 0,75 Promille Alkohol im Blut, im ungünstigsten sogar noch 1.0 Promille. Und mit so viel Alkohol ist man, egal wie fit man sich auch fühlt, immer noch absolut fahruntüchtig.

Man sollte diesen Restalkohol sehr ernst nehmen. Wer richtig gefeiert oder gut gegessen und dabei auch einiges getrunken hat, sollte sich auch am Morgen danach nicht ans Steuer setzen, egal wie gut er sich fühlt. Wer 1,5 Promille abbauen muss, braucht dafür nun einmal zehn bis 15 Stunden. Und diese Zeit lässt sich auch durch oft angebotene sogenannte "Promille-Killer" nicht verkürzen.

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