Zeitung Heute : Der Sicherheits-Tipp: Die Sommerreifen vor dem Wechsel prüfen
30.03.2001 00:00 UhrFür den Wechsel von Winter- auf Sommerreifen ist es angesichts der Kälte gerade der letzten Tage zwar noch ein wenig zu früh. Doch vorbereiten auf den Reifentausch kann man sich natürlich schon jetzt. Ohne großen Aufwand erledigt ist das, wenn man neue Sommerreifen kaufen muss, die man gleich montagefertig auf die Räder aufziehen lässt. Will man die im vergangenen Herbst eingelagerten gebrauchten Sommerreifen wieder benutzen, dann sollte man die vor der Montage noch einmal sehr genau kontrollieren.
Zeigen deren Flanken nämlich Beulen und Risse oder andere Schäden, dann sollte man sich von diesen Reifen trennen. Denn das Risiko, dass sich hinter diesen äußeren Beschädigungen schwere innere Schäden verbergen, ist einfach zu groß.
Ist man sich nicht sicher, wie ernst die Beschädigungen sind, dann empfiehlt sich ein Gespräch mit einem Reifenfachmann. Das gilt auch für Reifen, in die Fremdkörper eingedrungen sind. Manche davon lassen sich bedenkenlos entfernen, bei anderen, die tiefer sitzen, sind Reparaturen möglich.
Auch dann, wenn das Reifenprofil unregelmäßig abgefahren ist, sollte man einen Reifenfachmann zu Rate ziehen. Während in der Mitte stark abgefahrene Laufflächen dadurch entstehen können, dass man ständig mit zu hohem Druck gefahren ist, und eine stärkere Abnutzung zu beiden Seiten darauf hindeutet, dass man mit zu wenig Druck unterwegs war, können unregelmäßig abgenutzte Laufflächen ein Hinweis auf eine nicht korrekte Fahrwerkeinstellung oder auch defekte Stoßdämpfer sein. Vielleicht haben Sie längst vergessen, dass Sie vor Monaten einmal viel zu hart an oder über eine Bordsteinkarte gefahren sind. Unregelmäßig abgefahrene Reifen können in diesem Fall darauf hinweisen, dass dieses Manöver leider doch Spuren am Fahrwerk hinterlassen hat und deshalb eine Fahrwerksvermessung empfehlenswert ist.
Entscheidend vor der Montage der eingelagerten Sommerreifen ist schließlich auch ein Blick auf die Profiltiefe. Zwar erlaubt es der Gesetzgeber, Reifen bis zu einem Mindestprofil von 1,6 Millimeter abzufahren. Doch das Nutzen dieses Spielraums bis zum letzten Zehntelmillimeter kann sich schnell als falscher Weg zum Sparen erweisen. Denn eine der wichtigsten Aufgaben des Reifenprofils ist es, bei der Fahrt auf nassen Fahrbahnen das Wasser abzuführen. Das klappt relativ problemlos, so lange noch bis zu drei Millimeter Profil vorhanden ist. Nimmt die Profiltiefe weiter ab, so dass der Reifen das Wasser nur noch unzureichend abführen kann, dann steigt das Aquaplaningrisiko drastisch. Reifenfachleute empfehlen deshalb, die Sommerreifen nur bis auf zwei Millimeter und Breitreifen sogar nur bis auf drei Millimeter abzufahren.
Noch strenger sind sie übrigens bei Winterreifen. Deren Profil sollte man nur bis auf 4,0 Millimeter abfahren. Misst das Restprofil nur noch wenig über 4,0 Millimeter, dann kann es durchaus sinnvoll sein, mit dem Wechsel auf Sommerreifen noch ein wenig zu warten und erst einmal die Winterreifen aufzubrauchen - denn moderne Winterreifen machen auch auf trockenen Fahrbahnen eine gute Figur.








