Zeitung Heute : Der Sicherheits-Tipp: Ganz plötzlich war der Winter dann doch da

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Irgendwie tat er sich zwar schwer in diesem Jahr - der Winter. Doch dann war er plötzlich mit dichtem Schneefall da. Und das direkt am 24. Dezember - Weiße Weihnacht also. Der damit verbundene schöne Anblick brachte manche Autofahrer allerdings in Bedrängnis. Denn der Schnee kam zu den Feiertagen. Wer da nicht vorbereitet war und nun plötzlich eine Werkstatt brauchte, die die Winterreifen montieren sollte, hatte schlechte Karten. Entweder, er griff selbst zum Werkzeug, oder aber versuchte die Feiertage mit Sommerreifen zu überbrücken. Das bedeutete allerdings an den Feiertagen mit recht niedrigen Temperaturen echte Rutschpartien mit hohem Sicherheitsrisiko.

Doch nicht nur eine vernünftige Winterbereifung war plötzlich gefragt. Als ebenso wichtig erwiesen sich von einer Stunde auf die andere plötzlich Eiskratzer und handliche kleinen Besen, mit denen man das Fahrzeug in kurzer Zei vom Schnee befreien konnte - und das möglichst komplett. Es gibt ja immer wieder Autofahrer, die beschränken sich darauf, lediglich ein paar Gucklöcher freizulegen. Doch das birgt eine Menge Gefahr. Denn einerseits schränken diese Gucklöcher die eigene Sicht erheblich ein. Vor allen Dingen können sie aber, wenn man den übrigen Schnee auf dem Wagen liegen lässt, schon bei einem kräftigen Bremsmanöver zugeschüttet werden, weil der Schnee vom Dach auf die Frontscheibe rutscht.

Mit viel Schnee auf dem Dach wird man aber auch zu einer Gefahr für die anderen Verkehrsteilnehmer. Denn der Fahrtwind kann größere Schneemengen lösen, die den Nachfolgern sekundenschnell die Scheiben bedecken und ihnen die Sicht nehmen. Nicht jeder ist darauf trainiert, dann mit sicherem Griff den Wischer zu aktivieren. Viele erschrecken, treten auf die Bremse, geraten in Panik - und dann ist ein Unfall auf glatten Fahrbahnen nahezu programmiert.

Panik entsteht bei vielen Autofahrern im Winter auch, wenn nach einem überaschenden Schneefall das Auto plötzlich ausbricht. Zwar ist es kein Problem, ein solches Fahrzeug durch einfaches Auskuppeln und gegebenenfalls gezieltes Gegenlenken wieder auf Kurs zu bringen. Gelingen kann das nur, wenn man das einmal geübt hat und vorbereitet ist.

Gut beraten war deshalb, wer sich gleich nach den ersten heftigen Schneefällen ein wenig Zeit nahm und mit dem Auto auf einer freien breiten Straße oder einem großen freien Parkplatz ein wenig übte. Wenn man probiert was passiert, wenn man ein wenig zu heftig in eine Kurve geht, testet, wie das Auto beim kräftigen Tritt auf die Bremse reagiert, erlebt, wie das heute weit verbreitete ABS reagiert, ausprobiert, wie man ein Auto wieder auf Kurs bringt oder aber erlebt, wie eine Fahrdynamikregelung diese Aufgabe übernimmt, gerät man nicht beim ersten kleinen Schleudern sofort in Panik. Und wenn man dann auf glatter Fahrbahn einmal versucht, das Auto aus Tempo 50 zum Stand zu bringen und sich die dabei zurückgelegte Strecke ansieht, dann wird einem auch schnell klar, warum bei winterlichen Fahrbahnen ausreichender Sicherheitsabstand so elementar wichtig ist.

Und nun im doppelten Sinn einen guten Rutsch - letzteren ins Jahr 2001, aber bitte ohne Alkohol am Steuer - und das heißt in den meisten Fällen, das Auto sicherheitshalber zu Hause zu lassen, denn nur die wenigsten begrüßen das neue Jahr mit einem Glas Wasser.

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