Zeitung Heute : Der Sicherheits-Tipp: Haben Sie schon eine Freisprechanlage?

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Hätte der Mensch drei Hände, dann gäbe es viele Probleme nicht. Dann könnte man beim Autofahren mit der einen Hand das Mobiltelefon halten, mit der zweiten lenken und der dritten schalten. Doch die dritte Hand haben wir nicht. Wenn wir trotzdem während der Fahrt im Auto telefonieren und dafür eine Hand benötigen, dann fehlt eben eine entweder fürs Lenken oder fürs Schalten. Da verwundert es nicht, wenn man mit dem Telefon am Ohr völlig unsicher fährt. Zu der mangelnden Kontrolle übers Fahrzeug selbst kommt noch die Ablenkung durch ein vielleicht sehr wichtiges Gespräch hinzu. Da wird das Verhalten solcher Autofahrer oft völlig unkalkulierbar, werden Fahrstreifen verlassen, Verkehrszeichen übersehen, das Ampellicht missachtet - alles in allem ein gefährliches Sicherheitsrisiko nicht nur für den, der am Steuer sitzt, sondern auch für alle anderen, die er in Gefahr bringt.

All das hat dazu geführt, dass vom 1. Februar an gesetzlich geregelt ist, dass Mobiltelefone im fahrenden Auto vom Fahrzeugführer nicht mehr ohne Freisprecheinrichtung benutzt werden dürfen. Damit hat man gerade noch drei Wochen Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen. Und deshalb wird es für alle Auto fahrenden Benutzer von Mobiltelefonen, die derzeit noch keine Freisprecheinrichtung haben, höchste Zeit, sich darum zu kümmern.

Wie eine Freisprecheinrichtung auszusehen hat, das ist im Gesetz nicht festgelegt. Deshalb hat man als Fahrzeuglenker die Wahl zwischen verschiedenen Systemen, die auch zu recht unterschiedlichen Preisen angeboten werden. Die preiswertesten Systeme sind die sogenannten Hörsprech-Garnituren, wie man sie bei Vieltelefonierern mit dem Handy immer öfter sieht. Ob mit einem Knopf im Ohr und einem Mikro in der Leitung oder mit einem leichten Bügel, der sowohl Ohrhörer als auch Mikrofon enthält - solche Anlagen erfüllen die künftig für das Autofahren bestehenden gesetzlichen Bestimmungen.

Dennoch sollte man sich überlegen, ob man permanent mit einem Bügel auf dem Kopf oder dem Knopf im Ohr am Steuer sitzen möchte. Denn beides ist hinderlich. Und wenn das Handy dann auch noch frei auf dem Sitz herumliegt, dann droht das, sich bei flotter Kurvenfahrt oder kräftigen Bremsmanövern selbstständig zu machen. Wer dann reflexartig zugreift, wird ebenfalls vom Verkehrsgeschehen abgelenkt

Vielfahrer sollten deshalb ein wenig tiefer in die Tasche greifen und neue Autos nur mit integrierter Freisprechanlage ordern. Zur Nachrüstung sollten sie mindestens Freisprechanlagen erwerben, die aus einem fest montierten Handyhalter mit Lautsprecher und einem separaten Mikrofon sowie einem Anschluss für eine Außenantenne bestehen und über den Zigarettenanzünder mit Strom versorgt werden. Solche Plug-&-Play-Anlagen gibt es inzwischen auch als so genannte Universal-Anlagen, die sich mit den unterschiedlichsten Handy-Modellen vertragen. Beim Wechsel des Handy-Modells muss dann nur noch der Halter getauscht werden, alles andere bleibt am Ort. Übrigens, das Verbot für die Benutzung von Mobiltelefonen während er Fahrt gilt auch für Radfahrer und Motorradfahrer. Wer die neuen Bestimmungen nicht beachtet, dem droht ein Verwarnungsgeld von 60 DM.

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