Zeitung Heute : Der Sicherheits-Tipp: Schlaffe Dämpfer stören ABS und ESP

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Kürzere Bremswege dank moderner Antiblockiersysteme und Fahrdynamikregelungen setzen voraus, dass der Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn optimiert wird. Denn nur Räder, die ständig Kontakt zur Fahrbahn haben, können Bremskräfte ebenso wie Lenkkräfte optimal übertragen und dafür sorgen, dass ein Auto stets die Richtung einschlägt, die dessen Lenker mit dem Lenkeinschlag vorgibt. Verlieren die Räder, aus welchen Gründen auch immer, den Kontakt zur Fahrbahn, dann entwickelt das Fahrzeug schnell ein unkontrolliertes Eigenleben, in dem es für seinen Lenker nur noch schwer oder gar nicht mehr beherrschbar ist. Wie schnell es zu solchen Situationen kommt, wird von vielen Autofahrern immer wieder unterschätzt. Denn sonst würden sie nicht so stiefmütterlich mit jenen Bauteilen umgehen, die für guten Fahrbahnkontakt sorgen - den Stoßdämpfern.

Einer der Gründe für solche Nachlässigkeit liegt sicher darin, dass man die Stoßdämpfer normalerweise nicht zu Gesicht bekommt. Denn sie verrichten ihre Arbeit unter der Karosserie und damit den Blicken entzogen. Deshalb bleibt es dem Auge normalerweise auch verborgen, wie diese Dämpfer im Laufe des Autolebens verschleißen - denn sie sind nun einmal Verschleißteile. Allerdings lässt ihre Wirkung normalerweise ganz kontinuierlich nach - und ebenso kontinuierlich passt man sich als Fahrzeuglenker daran an. So merkt man beim normalen Umgang mit dem Auto kaum, wie die Dämpfer immer schlechter und das damit verbundene Risiko für die Fahrstabilität immer größer wird.

Nachdem wir uns bereits damit beschäftigt haben, welche große Gefahr droht, wenn man mit verschlissenen Dämpfern schwierige Fahrmanöver bewältigen will, erinnern wir hier erneut an eine weitere stark unterschätzte Gefahr. Denn verschlissene Dämpfer können sowohl die Wirkung des heute weit verbreiteten ABS als auch die Wirkung der sich auf immer breiterer Ebene durchsetzenden Fahrdynamikregelungen, die vor allem unter ESP, VCD (Alfa) oder DSC (BMW) bekannt sind, erheblich beeinträchtigen. Das aber bedeutet, dass man sich in kritischen Situationen nicht mehr voll auf die Unterstützung durch diese elektronischen Assistenzsysteme verlassen kann.

So zeigten Tests mit einem mit ABS und ESP ausgestatteten Volkswagen Golf auf einem italienischen Reifentestgelände, dass Stoßdämpfer mir nur noch 50 Prozent Wirkung zu erheblich längeren Bremswegen führen und vor allem auch die ESP-Wirkung vermindern. So wurde bei einer Gefahrenbremsung aus Tempo 80 ein Bremsweg von 30,3 Meter erreicht. Mit Dämpfern mit nur noch 50 Prozent Wirkung verlängerte der sich um 6,1 Meter auf 36,4 Meter - das kann im Falle eines Falles einen Totalschaden und auch schwerste Verletzungen bedeuten. Und auch die stabilisierende Wirkung von ESP kann sich bei schlaffen Dämpfern nicht mehr in vollem Umfang entfalten. So ergab sich bei einem Ausweichtest, dass mit solchen Dämpfern die Ausweichgeschwindigkeit, bei der ESP das Fahrzeug wirksam stabilisierte, statt bei 64,3 km/h mit intakten Dämpfern nur noch bei 62,2 km/h lag - das sind zwar nur 3,3 Prozent weniger, aber wenn man um diesen Wert zu schnell in eine Kurve geht, dann muss man bei verschlissenen Dämpfern damit rechnen, trotz ESP Probleme zu bekommen.

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