Zeitung Heute : Der Sicherheits-Tipp: Wenn Medikamente die Sinne trüben

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Gestern noch strenger Frost - heute bereits Tauwetter, morgen milde Temperaturen. Bei solchen Wetterkapriolen verwundert es nicht, wenn mancher von Erkältung oder gar Grippe geplagt einen schweren Kopf und müde Glieder hat. Das sind nicht gerade die besten Voraussetzungen, um das Steuer eines Autos in die Hand zu nehmen. Wer sich jetzt richtig matt und krank fühlt und mit einer Grippe oder einer schweren Erkältung im Bett liegt, kommt zum Glück auch kaum in die Versuchung, in diesem Zustand Auto zu fahren.

Doch neben schweren Fällen gibt es ja auch die alljährlich auftretenden nicht ganz so ernsten grippalen Infekte, die mit Schnupfen, Halschmerzen, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen einhergehen können. Man fühlt sich dann zwar nicht so richtig krank, ist aber auch nicht richtig gesund und greift in solchen Situationen gerne zu Medikamenten, die die schlimmsten Symptome solcher Erkrankungen lindern. Und wenn dann der Kopf wieder klar und die Nase wieder frei ist, dann setzt man sich wie gewohnt ans Steuer, ohne sich richtig Gedanken darüber zu machen, ob man das eigentlich tun darf.

Zwar gibt es in jeder Medikamentenpackung jene berühmten Packungsbeilagen, die über alle Wirkungen und eventuellen Nebenwirkungen eines Medikaments informieren. Doch ebenso wenig, wie die meisten Autofahrer jemals die Betriebsanleitung ihres Autos lesen, lesen sie normalerweise diese meist in sehr kleiner Schrift gedruckten Beipackzettel. Dann können sie natürlich auch nicht wissen, welche Beeinträchtigungen der Fahrsicherheit mit der Einnahme der verschiedenen Medikamente verbunden sind.

Diese Beeinträchtigungen aber können ganz erheblich sein. So gibt es zahlreiche Medikamente, die das Reaktionsvermögen einschränken, die mit ihrer beruhigenden Wirkung zugleich müde machen, die das Wahrnehmungsvermögen vermindern. Und all das bedeutet eine mehr oder weniger starke Einschränkung der Fahrtauglichkeit. Besonders gefährdet sind Menschen, die sich zu regelmäßig einzunehmenden Medikamenten ohne Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt auf eigene Faust zusätzliche Mittel "genehmigen", ohne sich dabei Gedanken über eventuelle Wechselwirkungen der verschiedenen Arzneien machen. Da kann ein an sich vergleichsweise harmloses Mittel in der Kombination mit bestimmten Stoffen ganz neue Wirkungen entfalten. Das gilt vor allen Dingen auch für den Fall, dass man zu Medikamenten Alkohol konsumiert. In diesem Fall kann schon der schnelle Griff zur Schmerztablette geradezu fatale Folgen haben.

Kurzum - wer in diesen Wochen zu Medikamenten greift, sei es, um Schmerzen zu lindern, Erkältungen zu kurieren oder sich zu beruhigen, sollte sich genau informieren, welchen Einfluss diese Medikamente auf die Fahrtauglichkeit haben. Und wenn man einen Beipackzettel nicht versteht, dann muss man eben seinen Arzt oder Apotheker fragen. Ist man sich nicht sicher, dass man mit diesen Medikamenten auch Auto fahren kann und darf, dann ist es besser, den Wagen stehen zu lassen. Denn wenn man sich trotzdem ans Steuer setzt, dann gefährdet man nicht nur sich und andere Verkehrsteilnehmer, sondern auch seinen Führerschein und seinen Versicherungsschutz, so dass selbst ein kleiner Unfall unerwartet schwere Folgen haben kann.

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